Feiertag

Neujahrsfest – So feiern Juden weltweit ihr Rosch Haschana

Für gläubige Juden ist es einer der höchsten Feiertage: Mittwochabend beginnt das Neujahrsfest. Honig spielt dabei eine wichtige Rolle.

Das bedeutet das jüdische Neujahrsfest

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Berlin.  Juden sprechen von einem „Tag der Erinnerung“ oder auch vom „Tag des Posaunenschalls“. Gemeint ist das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana, das Juden weltweit von diesem Mittwochabend bis zum Freitag begehen. Nach jüdischer Zeitrechnung beginnt mit dem Fest das Jahr 5778.

Das Fest, das an den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel erinnern soll, wird an zwei Tagen gefeiert, auch in Israel, wo bei den übrigen Festen der zweite Tag entfällt. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit des Neujahrsfestes für die Juden.

Es folgen zehn Tage der Einkehr

Das Neujahrsfest markiert den Beginn der „ehrfurchtsvollen Tage“, die erst mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur zehn Tage später enden. Gemeinsam bilden Rosch Haschana und Jom Kippur die wichtigsten Feiertage der jüdischen Religion. An Rosch Haschana, was wörtlich übersetzt soviel heißt wie „Haupt des Jahres“, begehen die Juden den Anfang der Schöpfung durch Gott.

Die Gläubigen sollen Bilanz ziehen über ihr moralisches und religiöses Verhalten und sich zu guten Taten im neuen Jahr verpflichten. An das Fest schließen sich zehn Tage der Einkehr und Buße an, die an Jom Kippur enden.

In der Synagoge herrscht Weiß vor

Rosch Haschana beginnt, wie alle hohen jüdischen Festtage, bereits am Vorabend. Die Menschen kommen in der festlich geschmückten Synagoge zusammen, um zu beten. Dort herrscht an diesem Tag meist die Farbe weiß vor – um die Erhabenheit des Tages zu betonen.

Als Höhepunkt des Neujahrsfestes gilt traditionell das Blasen des Schofar, eines Widderhorns, das die Gläubigen an ihre moralischen Pflichten erinnern soll.

Honig für ein süßes, neues Jahr

Während der häuslichen Feier mit der Familie wird der Segen über Wein und Brot gesprochen. Das Brot wird dabei in Honig getaucht. Auch Apfelstücke werden als Symbol der Hoffnung auf ein gutes, süßes Jahr in Honig getaucht gegessen.

Die Brote für das Neujahrsfest sind nicht – wie sonst eigentlich üblich – länglich und „geflochten“, sondern man verwendet rund gewickelte Weißbrote. Damit soll der Jahreskreislauf symbolisiert werden. In den Nächten zünden die Frauen Kerzen an, wie es an allen jüdischen Feiertagen Brauch ist.

Christliche Kirchen gratulieren zu Rosch Haschana

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland gratulierten am Dienstag den Juden zum Neujahrsfest. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte an die Erklärung „Zwischen Jerusalem und Rom“, die eine Delegation der Europäischen Rabbinerkonferenz Papst Franziskus am im August 2017 in Rom übergab. „Diese Erklärung ist eine Ermutigung, den christlich-jüdischen Dialog auch zukünftig engagiert fortzuführen“, so Marx.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rief zur Vertiefung des christlich-jüdischen Dialogs auf. Der Dialog sei nach rund 70 Jahren immer noch ein „zartes Pflänzchen“, das sich gegen alte Traditionen der Verachtung behaupten müsse, mahnte er in einem Glückwunschschreiben anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes. (mit dpa)