Berlin

Akademiker sind seltener depressiv

Mit steigendem Bildungsniveau sinkt das Risiko einer Erkrankung

Berlin. Schulabschlüsse gegen Depressionen? Nicht die schlechteste Präventionsstrategie, wenn man den Ergebnissen der „Bildung auf einen Blick 2017“-Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) folgt.

Wie die Forscher im Rahmen der Untersuchung herausfanden, leiden Menschen mit höherem Bildungsstand nach eigenen Angaben deutlich seltener an Depressionen als Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau. Während sechs Prozent von Menschen mit einem Studienabschluss angaben, eine Depression zu haben, lag dieser Anteil bei Erwachsenen, die keinen studien- oder berufsqualifizierenden Abschluss haben, doppelt so hoch. Mit jedem höheren Abschluss, den die Befragten hatten, sank das Vorkommen von Depression.

Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang laut OECD-Studie bei Frauen: Während unter den befragten Frauen, die keine Berufsausbildung oder studienqualifizierenden Schulabschluss haben, 15 Prozent unter Depressionen leiden, sind es unter jenen, die einen Studienabschluss haben, nur sechs Prozent – eine Differenz von neun Prozentpunkten. Bei den Männer lag der Unterschied nur bei fünf Prozent.

Dabei, darauf weisen die Autoren der Studie hin, ist es nicht unbedingt der Abschluss an sich, der der Vorbeugung von depressiven Erkrankungen dient, sondern vor allem die verbesserte Position am Arbeitsmarkt, die damit einhergeht. So haben Akademiker ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden und verdienen häufig auch besser als Nicht-Akademiker.

Denn auch das belegt die Auswertung: Wer Arbeit hat, hat ein geringeres Risiko, in die Depression zu rutschen – und zwar weitgehend unabhängig vom Bildungsstand. Bei erwerbstätigen Befragten war der Anteil der Menschen mit Depressionen unter jenen ohne studien- oder berufsqualifizierenden Abschluss nur drei Prozentpunkte höher als unter den Hochschulabsolventen. Das heißt, in den Worten der Autoren, im Umkehrschluss auch: „Erwerbslos zu sein erhöht das Depressionsrisiko.“

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