Schwere Ausschreitungen zwischen rechten Aktivisten und Gegendemonstranten erschüttern die USA. Eine Frau starb, als am Samstag ein Auto – wohl absichtlich – in eine Menschenmenge in der Stadt Charlottesville raste.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Und der US-Präsident? Meldet sich entgegen seiner sonstigen Art erst spät zu Wort. Und die kargen Worte, die er findet, stoßen auf scharfe Kritik. Nicht nur bei seinen Gegnern, sondern auch innerhalb seiner eigenen Partei.
Trump adressierte rechte Gruppen nicht direkt
Donald Trump hatte die Gewalt im US-Bundesstaat Virginia am Samstag zwar verurteilt, in einem Statement von „ungeheuerlicher Gewalt“ gesprochen, sich gegen „Hass und Vorurteile“ positioniert. Einen direkten Verweis auf die rechten Aktivisten, auf Weiße Nationalisten, Neonazis, Neo-Konföderierte, hatte er aber vermieden.
Blutige Proteste in Charlottesville
Auch in seiner ersten Reaktion – einem Tweet, wie könnte es auch anders sein – hatte er die rechten Gruppen nicht direkt adressiert. „Wir ALLE müssen zusammenstehen & alles verurteilen, für das Hass steht“, hatte er getwittert. „Es gibt keinen Platz für diese Art von Gewalt in Amerika.“
„Nazis sind nicht patriotisch“
Das reichte vielen nicht. Zu lasch, zu wenig konkret. Man müsse das Böse auch beim Namen nennen, schrieb etwa der republikanische Senator von Colorado, Cory Gardner auf Twitter.
Mr. President - we must call evil by its name. These were white supremacists and this was domestic terrorism. https://t.co/PaPNiPPAoW
— Cory Gardner (@SenCoryGardner) 12. August 2017
Nothing patriotic about #Nazis,the #KKK or #WhiteSupremacists It's the direct opposite of what #America seeks to be. #Charlotesville
— Marco Rubio (@marcorubio) 12. August 2017
Entsetzen und Trauer in Charlottesville
„Es gibt nur eine Seite“
Die frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bot Trump via Twitter eine kleine Schulung an. „Sprechen Sie mir nach, Herr Trump: Weiße Überlegenheit ist eine Beleidigung amerikanischer Werte.“
Repeat after me, @realDonaldTrump: white supremacy is an affront to American values. #Charlottesville
— Nancy Pelosi (@NancyPelosi) 12. August 2017
Und Joe Biden, Vize-Präsident unter Trumps Vorgänger Barack Obama, kommentierte das Ganze knapp mit den Worten. „Es gibt nur eine Seite.“
There is only one side. #charlottesville
— Joe Biden (@JoeBiden) 12. August 2017
Die Parade der Rechten in Charlottesville hatte schon am Freitagabend (Ortszeit) mit einem Marsch über das Universitätsgelände begonnen und den ganzen Samstag angedauert. Trump hatte aber erst darauf reagiert, als es am Samstagnachmittag (Ortszeit) zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. Viel zu spät, wie viele kritisierten.
„Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling etwa, bekannt als scharfe Kritikerin des US-Präsidenten, warf Trump vor, dass er ausgerechnet an so einem Tag vergesse, wie man twittere.
Hell of a day for the President to forget how to tweet. pic.twitter.com/ABffmwwH8D
— J.K. Rowling (@jk_rowling) 12. August 2017

































