Doppelstaatsbürgerschaft

Stillende australische Politikerin muss zurücktreten

Eine australische Politikerin muss von ihrem Posten zurücktreten. Das liegt aber nicht daran, dass sie ihr Baby im Parlament stillte.

Diese Politikerin stillt bei ihrer Rede im Parlament

Larissa Waters ist Politikerin in Australien. Sie hat am 22. Juni ihre Tochter Alia im Parlament gestillt - während einer Rede.

Diese Politikerin stillt bei ihrer Rede im Parlament

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Canberra.  Vor wenigen Tagen hatte die australische Grünen-Politikerin Larissa Waters mit einer erfreulichen Nachricht für Schlagzeilen gesorgt : Sie stillte ihre kleine Tochter während sie eine Rede im Parlament hielt und setzte damit ein Statement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Nun musste Waters überraschend von ihrem Abgeordnetenposten zurücktreten. Der Grund: Sie besaß, nach eigenen Angaben ohne es zu wissen, neben der australischen auch eine kanadische Staatsbürgerschaft.

Waters von doppelter Staatsbürgerschaft überrascht

Doppelstaatsbürgern ist es in Australien nur unter Ausnahmeregelungen erlaubt, ein politisches Amt inne zu haben. Waters ist innerhalb einer Woche bereits die zweite Abgeordnete, die durch diese Regelung zurücktreten muss. Zuvor war der Grünen-Politiker Scott Ludlam von der Regelung betroffen gewesen, der auch neuseeländischer Staatsbürger ist.

Waters war als Tochter zweier Australier in Kanada geboren worden und mit elf Monaten nach Australien gekommen. Ihre Eltern hatten zuvor in Kanada gearbeitet. Nach eigenen Angaben sei ihre Doppelstaatsbürgerschaft eine große Überraschung für sie gewesen.

„Habe Kanda als Baby verlassen und war nie wieder dort“

Mit Trauer und Erstaunen habe sie von ihrer kanadischen Staatsbürgerschaft erfahren und sehe sich deshalb gezwungen, von ihrem Amt zurückzutreten, sagte Waters laut CNN. „Es ist alles ein kolossales Missverständnis. Ich habe Kanada als Baby verlassen und meine Eltern sagten mir stets, ich müsste mich vor meinem 21. Geburtstag aktiv um eine kanadische Staatsbürgerschaft bewerben.“

Sie habe sich damals dagegen entschieden und sei auch nie wieder nach Kanada gereist. Waters entschuldigte sich für die Geschehnisse.

Im Juni hatte Waters ihre zwei Monate alte Tochter Alia gestillt, während sie eine Rede vor dem Parlament hielt. Neben viel Lob gab es auch Kritik an ihrem Verhalten. Waters war seit 2011 Mitglied des australischen Parlaments, sie vertrat den Bundesstaat Queensland. (aba)

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