Koblenz.

Einer der umfangreichsten Neonazi-Prozesse ist nach über 300 Verhandlungstagen in Koblenz spektakulär geplatzt. Die Hauptverhandlung werde ausgesetzt, weil der Vorsitzende Richter Hans-Georg Göttgen mit Erreichen der Altersgrenze Ende Juni aus dem Dienst scheide und ein Prozessende bis dahin auszuschließen sei, teilte das Landgericht Koblenz mit. Der ursprüngliche Ergänzungsrichter musste schon vor Längerem für einen anderen Pensionsfall der Staatsschutzkammer einspringen. „Der weitere Verlauf des Verfahrens ist derzeit ungewiss“, hieß es weiter.

Prozessauftakt war im Sommer 2012. Mutmaßliche Neonazis des „Aktionsbüros Mittelrhein“ mussten sich verantworten. Die Anklageschrift umfasst fast 1000 Seiten. Die 17 Angeklagten beschäftigten 34 Verteidiger. Die Vorwürfe reichen von Gewalt gegen Linke über einen unangemeldeten Fackelmarsch in Düsseldorf und aufgesprühte Hakenkreuze bis hin zu versuchten Brandanschlägen auf Autos.