Terrorverdacht

Affäre Franco A.: Hakenkreuze und Landser-Bilder an der Wand

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Oberleutnant Franco A. wird verdächtigt, einen Anschlag geplant zu haben.

Oberleutnant Franco A. wird verdächtigt, einen Anschlag geplant zu haben.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Wegen des Anfangsverdachts einer „staatsgefährdenden Straftat“ hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen Franco A. übernommen.

Karlsruhe.  Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Bundeswehr-Offizier Franco A. übernommen. Es bestehe der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Franco A. soll als Flüchtling getarnt einen Anschlag vorbereitet haben. Der aus Offenbach stammende Offizier hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben, unter falschem Namen Asyl beantragt und seit Januar 2016 monatliche Zahlungen erhalten

Bericht: Verdacht auf rechtsextremes Netzwerk im Fall Franco A.

Das Verteidigungsministerium hat im Fall Franco A. einem Medienbericht zufolge Hinweise auf ein kleines rechtsextremistisches Netzwerk in der Truppe gefunden. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) wird von einer Gruppe von bis zu fünf Personen ausgegangen.

Der Offizier und ein 24-jähriger mutmaßlicher Komplize sitzen in Untersuchungshaft.

Franco A. war zuletzt in einer Kaserne stationiert, in der rechtsextremes Gedankengut zumindest in Teilen akzeptiert gewesen sein muss. Nach Informationen des Verteidigungsministeriums fanden die Inspekteure des Heeres und der Streitkräftebasis bei einem Besuch an dem Standort in Illkirch Hakenkreuz-Kritzeleien auf Wänden und auf einem Sturmgewehr. An den Wänden hingen Landser-Bilder und andere „Wehrmachts-Souvenirs“.

Ermittlungen in der Truppe: Von der Leyen trifft Militär-Führung

In der Affäre um Terrorverdacht und weitere Verfehlungen in der Bundeswehr trifft Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) 100 hohe militärische Führungskräfte. Das Treffen solle am Donnerstag in Berlin stattfinden und diene der Aufklärung und dem Ausloten von Konsequenzen aus den angehäuften Fällen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag in Berlin.

Bereits am Mittwoch wolle von der Leyen mit Generalinspekteur Volker Wieker das französische Illkirch besuchen, wo der terrorverdächtigen Bundeswehroffizier Franco A. stationiert war. Deswegen habe die Ministerin eine für diesen Mittwoch geplante Reise in die USA kurzfristig abgesagt.(dpa)

Bundeswehr-Offizier wegen mutmaßlicher Anschlagsplanung festgenommen
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