Online-Lexikon

Türkei zensiert Internet für Bürger: Wikipedia gesperrt

In der Türkei ist das Online-Lexikon Wikipedia nicht mehr erreichbar. Die Behörden unterstellen der Website, Terror zu propagieren.

Eine Frau schaut am Taksim-Platz in Istanbul auf ihr Handy.

Eine Frau schaut am Taksim-Platz in Istanbul auf ihr Handy.

Foto: Petros Karadjias / dpa

Istanbul.  In der Türkei ist der Zugang zum Online-Lexikon Wikipedia Aktivisten zufolge blockiert worden. Die Gruppe TurkeyBlocks, die den Zugang zu Webseiten in dem Land beobachtet, bestätigte am Samstag die Blockade, über die Nutzer berichtet hatten.

Der TV-Sender CNN Türk zitierte eine Nachricht, die ein Nutzer nach vergeblichen Aufrufen der Wikipedia-Seite bekam. Demnach bewogen technische und rechtliche Gründe die Behörden, die Seite zu sperren, hieß es darin ohne nähere Angabe von Gründen.

Vorwurf der Regierung: Türkei mit Terroristen gleichgestellt

Einem Bericht der türkichen Zeitung „Hürriyet“ zufolge wirft die Türkei den Website-Betreibern vor, die Forderungen der Regierung in Ankara ignoriert zu haben. Demnach beschuldigt die türkische Regierung die Plattform, sie ermögliche den Zugang auf Texte, die die Türkei mit Terroristen gleichstellen und Terror propagieren würden. Die Betreiber von Wikipedia seien mehrfach gewarnt worden, hätten die Texte jedoch nicht gelöscht.

Die Blockade schien für alle Sprachen in Kraft zu sein. In dem Tweet von TurkeyBlocks hieß es ferner, es handele es sich nicht um eine gerichtliche Anordnung.

Die Türkei blockiert Zehntausende von Internetseiten . In der Vergangenheit erlegte die Regierung den Sozialen Medien Einschränkungen auf, darunter auch YouTube und Twitter. Die Behörden sind in der Lage, ganz bestimmte Twitter-Konten zu sperren. (dpa)

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