Vor 18 Jahren beschlossen die Mitglieder von Borussia Dortmund auf der Jahreshauptversammlung fast einstimmig die Gründung einer Kapitalgesellschaft: die Borussia Dortmund GmbH Co. KGaA. Der Kniff: Zu dieser Gesellschaft gehören die BVB-Abteilungen, die Profite versprechen – wie die Profis. Die KGaA kann Millionen scheffeln, der eigentlich Verein mit seinen über 144000 Mitgliedern (Stand Oktober 2016) bleibt über das Vereinsregister ideell organisiert.

Diese Entscheidung drang am 31. Oktober 2000 ins öffentliche Bewusstsein. Seit diesem Tag wird Deutschlands erste Fußball-Aktie an der Frankfurter Börse gehandelt. 130 Millionen Euro brachte die Erstemission der BVB-Aktie ein, sie startete mit umgerechnet elf Euro. Mittlerweile liegt sie bei unter sechs Euro.

Der BVB setzt bei seiner Organisation bewusst auf eine KGaA – und nicht auf eine Aktiengesellschaft (AG). So verhindert der Verein, dass etwa die Schalker alle Dortmunder Aktien aufkaufen und bestimmen können. Bei einer KGaA ist die persönliche haftende Gesellschafterin eine Firma. Und zwar die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die zu 100 Prozent dem Verein gehört. Das Wichtige: Die Geschäftsführung besetzt der Verein. Geschäftsführer sind derzeit Hans-Joachim Watzke und Mit-Geschäftsführer Thomas Treß. Präsident des Vereins ist Reinhard Rauball.

Die Dortmunder Aktie erlebte nach 2000 einen Kurssturz, verantwortlich dafür der von den damaligen Geschäftsführern Gerd Niebaum und Michael Meier angehäufte Schuldenberg von 118 Millionen Euro. 2005 übernahm Watzke die Geschäftsführung, der BVB verhinderte im gleichen Jahr die Insolvenz. Trotzdem kostete Ende 2007 die Aktie nur noch 90 Cent.

Der Preis passte zum sportlichen Bild, der BVB dümpelte im Bundesliga-Mittelfeld rum. Doch im Sommer 2008 kam Jürgen Klopp. Es folgten die Meisterschaft (2011) und das Double (2012). Die Borussia entwickelte sich zur zweiten Kraft im deutschen Fußball. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 betrug der Rekordumsatz 376 Millionen Euro. Der Verein ist schuldenfrei. Die größten Aktionäre sind Evonik Industries (14,78 Prozent), Gesellschafter Bernd Geske (8,9), der BVB-Verein (5,53 , Signal Iduna (5,34), Puma (5 ).