Rentenversicherung

Höheres Rentenniveau hilft nur bedingt gegen Altersarmut

Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor falschen Strategien im Kampf gegen Altersarmut. Ein höheres Rentenniveau reiche nicht aus.

Rund 24 Prozent der heutigen Empfänger von Grundsicherung beziehen im Alter überhaupt keine Rente aus der gesetzlichen Versicherung.

Rund 24 Prozent der heutigen Empfänger von Grundsicherung beziehen im Alter überhaupt keine Rente aus der gesetzlichen Versicherung.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Berlin.  In der Debatte um die Bekämpfung von Altersarmut hat die Deutsche Rentenversicherung vor falschen Strategien gewarnt: Selbst eine ganz erhebliche Erhöhung des gesetzlichen Rentenniveaus würde bei zwei Drittel der heute von Altersarmut Betroffenen nicht dazu führen, dass sie auf ein Einkommen oberhalb des Grundsicherungsanspruchs kämen, heißt es in einem Schreiben der Deutschen Rentenversicherung Bund an den Bundestag, das dieser Redaktion vorliegt.

Die Behörde, die für rund 30 Millionen Rentenversicherte zuständig ist, beruft sich auf eine von ihr geförderte, aktuelle Studie: Danach beziehen rund 24 Prozent der heutigen Empfänger von Grundsicherung im Alter überhaupt keine Rente aus der gesetzlichen Versicherung. Weitere 40 Prozent der Betroffenen erhalten demnach eine Rente von weniger als 400 Euro.

Alterssicherungspflicht für Selbstständige

„Es ist inzwischen wohl unstrittig, dass Altersarmut häufig auf konkret benennbare Ursachen zurückzuführen ist und es zu ihrer Bekämpfung gezielter, an diesen Ursachen orientierter Ansätze bedarf“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Ein höheres Rentenniveau löse die Probleme von spezifischen Gruppen mit erhöhtem Altersarmutsrisiko dagegen nicht.

Doch befürwortet die Rentenversicherung als Mittel gegen Altersarmut die Einführung einer Alterssicherungspflicht für Selbstständige – die bislang nicht obligatorisch gesicherten Selbstständigen sollten vorzugsweise in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.

Haltelinien für Rente

Rückendeckung gibt die Behörde Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bei ihrer Forderung, sogenannte Haltelinien für die gesetzliche Rente über das Jahr 2030 hinaus bis 2045 festzuschreiben: Das Einziehen solcher Leitplanken sei „unabdingbar“, heißt es in dem Schreiben. Die Haltelinien müssten sowohl ein zu starkes Absinken des Rentenniveaus als auch einen zu starken Anstieg des Beitragssatzes verhindern.