Migration

Österreich meldet großen Schlag gegen Schleuserbande

Sie sollen mehr als 10.000 Menschen für viel Geld nach Europa geschleust haben: Österreich hat einen großer Schlepperring ausgehoben.

Österreich erklärte es zum großen Fahndungserfolg: Die Zerschlagung des Schlepperrings verkündete Innenminister Wolfgang Sobotka (Mitte) mit Führungskräften von Landespolizei und Bundeskriminalamt.

Österreich erklärte es zum großen Fahndungserfolg: Die Zerschlagung des Schlepperrings verkündete Innenminister Wolfgang Sobotka (Mitte) mit Führungskräften von Landespolizei und Bundeskriminalamt.

Foto: BMI/Gerd Pachauer

Wien.  Die österreichische Polizei meldet die Zerschlagung eines Schlepperrings, der 10.000 Menschen nach Europa geschleust haben soll. Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (OVP) erklärte, gegen die Organisation seien bereits seit zehn Jahren Ermittlungen in Österreich, Deutschland, Ungarn und Kroatien gelaufen, die Gruppe soll geschätzte 15 Millionen Euro kassiert haben.

Die Köpfe der Bande hatten sich nach den Erkenntnissen der Ermittler für die jeweiligen Schlepperetappen verschiedener Mittäter bedient und diese im Laufe der Jahre nach Festnahmen immer wieder ersetzt. Zehn Verdächtige seien im Laufe des Jahres festgenommen worden. Drei Mitglieder der Bande aus der Türkei seien noch flüchtig. Diese drei Männer im Alter von 30, 48 und 50 Jahren sollen von Istanbul aus die Fahrten nach Europa organisiert haben.

Menschen zahlten bis zu 8000 Euro

Die aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan stammenden Flüchtlinge zahlten in der Türkei zwischen 5000 und 8000 Euro für die Transporte. Die Schlepperorganisationen würden mittlerweile Gewinne einstreichen, die „weit über das Volumen der Suchtkriminalität hinausgehen“, sagte Sobotka.

Die Menschen wurden von der Türkei auf dem Luft-, See- oder Landweg nach Wien gebracht. Komplizen verteilten sie von dort weiter, viele hatten das Ziel Deutschland, die Transporte gingen aber auch nach Frankreich, in die Schweiz und nach Skandinavien.

Bei den Flüchtlingen habe es sich oft um junge Männer im Alter von etwa 20 Jahren gehandelt, vielfach aber auch um Mütter mit Kindern und Kleinkindern. Sie wurden in Fahrzeuge oder Kleinbusse gepfercht und unter menschenunwürdigen Umständen bei bis zu fünfstündigen Fahrten ohne Unterbrechung transportiert. (law/dpa)