US-Wahl

Obama kündigt Vergeltung gegen russische Hackerangriffe an

Deutliche Worte fand der scheidende US-Präsident Obama für die russischen Hackerangriffe während der Wahl. Es werde Vergeltung geben.

US-Präsident Barack Obama spricht am 14. Dezember im Weißen Haus.

US-Präsident Barack Obama spricht am 14. Dezember im Weißen Haus.

Foto: YURI GRIPAS / REUTERS

Washington.  Nach den auf russische Hacker zurückgeführten Cyberattacken während des Wahlkampfs in den USA hat Präsident Barack Obama deutlich wie nie Vergeltung angekündigt. Wenn eine ausländische Regierung versuche, den Wahlkampf zu manipulieren, müssten die USA handeln, sagte Obama dem Sender National Public Radio. „Und das werden wir – zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl. Manches davon könnte offen geschehen und publik gemacht werden, manches nicht.“

Zwar machte sich Obama nicht die kolportierte Einschätzung des Auslandsgeheimdienstes CIA zu eigen, wonach Russland durch die Cyberattacken gezielt in die Wahl eingegriffen habe, um Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Auch achtete er darauf, Trumps Lager keine direkte Beteiligung an den Angriffen oder deren Unterstützung zu unterstellen.

Abschlussbericht über Angriffe noch vor Trumps Präsidentschaft

Allerdings beklagte Obama mit Blick auf die unterlegene Demokratin Hillary Clinton, dass „die russischen Hackerangriffe mehr Probleme für die Clinton-Kampagne erzeugt haben als für die Trump-Kampagne“. Über Monate hinweg hätten vor allem Clintons E-Mails und Vorwürfe gegen ihre Stiftung sowie „politische Gerüchte um die Demokratische Partei“ im Fokus der Öffentlichkeit gestanden. Trump habe davon profitiert und sich das Ergebnis politisch zunutze gemacht.

Der scheidende US-Präsident sagte in dem Interview, das am Freitag ausgestrahlt werden sollte, er habe sich zum Ziel gesetzt, einen endgültigen Bericht des Weißen Hauses zu den Hackerangriffen noch vor Trumps Amtseinführung am 20. Januar vorzulegen.

Trump hat wahrscheinlich von den Angriffen gewusst

Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, formulierte es direkter: Die Hackerangriffe aus Russland gingen direkt auf das Konto des Präsidenten Wladimir Putins. Er fügte hinzu, dass vieles darauf hindeute, dass Trump von diesen Hacker-Aktivitäten gewusst habe. Erstens sei von Wikileaks nur belastendes Material über die Demokraten und Hillary Clinton veröffentlicht worden. Und zweitens habe Trump Russland öffentlich aufgefordert, sich auf den Servern der Demokraten genauer umzusehen. Das ließe klare Absichten durchblicken, sagte Earnest. (dpa/aba)