Politik

„Bauen wir doch die Häuser der Schlossfreiheit wieder auf“

Zum Artikel: „Streit um Berlins historische Mitte“ vom 12. Dezember

Um es kurz zu machen: Frau Lompscher hat recht. Ich kenne niemanden, der von der betonierten Einheitswippe begeistert ist, und die Kolonnaden ohne das Wilhelm-I.-Denkmal machen auch keinen Sinn. Bauen wir doch die Häuser der Schlossfreiheit wieder auf. Das würde den Mangel an Wohnraum in Berlin-Mitte erheblich mindern und das Humbold Forum in die Stadt einbinden. Schlossfreiheit bedeutete übrigens „frei von Abgaben und Steuern“ – wenn das kein Anreiz ist?

Dr. Edgar Gruber, Zehlendorf

Typisch Frau Lompscher und die kommunistische Tradition, die Kolonnaden am Schloss nicht wieder zu erstellen.

Ich hoffe, die Berliner werden dagegen tatkräftig vorgehen. Die Wahl dieser Koalition wird uns noch einige negative Überraschungen bescheren.

Peter Wolf, per E-Mail

Die Hand in der Hosentasche ist nicht cool

Zum Artikel: „Jetzt geht’s an die Arbeit“ vom 9. Dezember

Er kann es nicht lassen. Selbst beim Gruppenfoto des neuen Senats präsentiert sich Michael Müller in einer Pose, die ihm nicht steht und die vor allem bei Frauen schlecht ankommt: mit der Hand in der Hosentasche. Cool? Selbst wenn er es wäre, er hat schlechte Berater.

Susanne Schmidt, per E-Mail

Berlin macht die Ausnahme zur Regel mit den Staatssekretären

Zum Artikel: „Berlin leistet sich Deutschlands größte Regierung“ vom 10. Dez.

In der Regel wird ein Minister beziehungsweise Senator durch einen Staatssekretär unterstützt, der sich als Amtschef insbesondere um die internen Verwaltungsangelegenheiten eines Ressorts kümmert. Nur in Ausnahmefällen sollte ein zweiter (in ganz wenigen Fällen ein dritter) Staatssekretär installiert werden, und zwar dann, wenn mehrere, teils verschiedenartige und schwergewichtige Themenfelder in der Zuständigkeit der Behörde liegen. Dass Berlin angesichts seiner Finanzlage diese Ausnahme – verbunden mit erheblichen zusätzlichen Personalkosten – zur Regel macht und sogar noch überschreitet, ist schon ein Aberwitz. An die entstehenden Versorgungsansprüche und späteren Unterbringungsproblematiken scheint hier auch noch niemand zu denken. Die Begründung von Herrn Kollatz-Ahnen, die Senatsverwaltungen übernehmen in einem Stadtstaat auch die Aufgaben der Kommunen, ignoriert die Arbeit der Bezirksämter. Auch sei die Frage erlaubt, welche Verantwortlichkeiten noch bei den darunterliegenden Strukturen, bei den gut dotierten Abteilungs- und Referatsleitern, liegen. Ein Schelm, der glaubt, dass mit den Staatssekretärsposten ausreichend „Trösterlis“ verteilt wurden, um alle drei Parteien hinsichtlich ihres Anspruchs auf parteipolitische Einflussnahme zu befriedigen.

Bernhard Rudek, per E-Mail

In unserer Kinovorstellung gab es nur gequälte Lacher

Zum Artikel: „Triumph für den deutschen Film“ vom 12. Dezember

Der Spielfilm „Toni Erdmann“ steht exemplarisch für ein Kunstwerk, das vom deutschen Feuilleton – warum auch immer – hochgejubelt wurde. In der Kinovorstellung, die wir besuchten, kam es höchstens zu vereinzelten gequälten Lachern. Wir haben selten einen solchen unglaubhaften Schwachsinn gesehen und fragten uns, wie es möglich sein konnte, das Drehbuch zu fördern. Peter Simonischek, ein von uns sehr geschätzter Schauspieler, ist nicht nur gehalten, ständig seine Zahnprothese zu präsentieren, er muss sich in dieser Rolle auch noch als Diplomat ausgeben, was völlig daneben ist und abstruse Texte der Hauptdarstellerin nötig macht.

Dirk Jungnickel, Kladow