Heinz Riesenhuber ist eine Institution im Bundestag. Seit 1976 sitzt der Wissenschaftspolitiker und überzeugte Fliege-Träger für die CDU im Parlament. Seit 2013 fungiert er auch als Alterspräsident. Am Donnerstag wird Riesenhuber 81 Jahre alt – und will im kommenden Jahr nicht mehr zur Wahl antreten.

Der amtierende Alterspräsident des Bundestags, Heinz Riesenhuber (CDU), bei seiner Eröffnungsrede am 22. Oktober 2013.
Der amtierende Alterspräsident des Bundestags, Heinz Riesenhuber (CDU), bei seiner Eröffnungsrede am 22. Oktober 2013. © imago/Wiegand Wagner | imago stock&people

Damit steigen die Chancen des 75-jährigen Alexander Gauland, den nächsten Bundestag zu eröffnen und die erste Rede vor den neu gewählten Abgeordneten zu halten, traditionell das Vorrecht des Alterspräsidenten. Der Brandenburgische AfD-Politiker hat nämlich gute Aussichten, 2017 mit seiner Partei ins Parlament einzuziehen. Als Alterspräsident könnte Gauland dann die Rede bei der konstituierenden Sitzung des Bundestags halten. Für die übrigen Parteien ein Horrorszenario, das sie unbedingt verhindern wollen – und das Grünen-Urgestein Hans-Christian Ströbele mit seinen 77 Jahren soll ihnen dabei helfen.

Ströbeles Frau sieht weitere Mandatszeit wohl kritisch

Er soll Gauland als Alterspräsidenten verhindern: Der 77-jährige Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele.
Er soll Gauland als Alterspräsidenten verhindern: Der 77-jährige Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele.© imago/Sven Simon | imago stock&people

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, hat in den Bundestagfraktionen ein hektischer Vergleich von Geburtsdaten eingesetzt, als klar wurde, dass Gauland wohl der nächste Alterspräsident wird. Und Ströbele wäre wohl der einzige, der Gauland alterstechnisch noch ausstechen könnte. Problem: Ströbele will erst Anfang Dezember entscheiden, ob er in seinem Berliner Wahlkreis wieder antritt. Seine Frau stehe einer weiteren Runde im Bundestag kritisch gegenüber, so die „Bams“, und das Gauland-Szenario allein reiche ihm nicht als Motivation. Wichtige Grünen-Politiker wollten nun mit Ströbeles Gattin reden.

Das Netz reagiert mit mehr oder weniger mildem Spott auf die Parlaments-Posse. „Ströbele, der Castro für einen Hoffnungsträger hielt, um Gauland als Alterspräsident zu verhindern. Grüne Realsatire“, schreibt ein Nutzer bei Twitter.

Chris Schiller, der Generalsekretär der „Partei“ des Satirikers Martin Sonneborn, fühlt sich bei der Geschichte offenbar an Johannes „Jopi“ Heesters erinnert:

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Eine ernsthafte „Alter-Native“ zu Gauland und Ströbele hat nun FDP-Chef Christian Lindner bei Twitter ins Spiel gebracht: seinen Parteifreund Hermann Otto Solms.

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Mit seinen 76 Jahren könnte Solms tatsächlich Gauland als Alterspräsident verhindern und Ströbele den erhofften Ruhestand ermöglichen. Vorausgesetzt natürlich, die FDP schafft 2017 den Wiedereinzug in den Bundestag. (küp)