Fremdenhass

BKA-Chef Münch alarmiert über Angriffe auf Flüchtlingsheime

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Im Februar hatten rechtsgerichtete Täter diese Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen angezündet.

Im Februar hatten rechtsgerichtete Täter diese Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen angezündet.

Foto: Rico Loeb / dpa

Das Bundeskriminalamt ist besorgt über die hohe Zahl von Übergriffen auf Flüchtlingsheime. Es drohe die Bildung rechter Terrorzellen.

Berlin.  Die Zahl von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland bleibt nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) auf hohem Niveau. „Wir sehen, dass sich eine hohe Zahl von Straftaten gegen Zuwanderer und Asylunterkünfte richtet“, sagte BKA-Chef Holger Münch am Mittwoch im RBB-Inforadio.

In diesem Jahr seien bislang mehr als 850 Übergriffe auf Asylunterkünfte gezählt worden. Im gesamten vergangenen Jahr waren es gut 1.000 Übergriffe. „Das sind natürlich enorme Zahlen“, betonte der BKA-Chef. „Wir sehen in diesem Zusammenhang auch Auseinandersetzungen zwischen links- und rechtsmotivierten Straftätern.“

BKA sieht Gefahr neuer rechter Terrorzellen

Insgesamt hat das BKA bis Oktober sechs versuchte Tötungen und 61 Körperverletzungen aus rassistischen Motiven gezählt. Im ganzen Jahr 2015 waren es vier versuchte Tötungen und 60 Körperverletzungen. Erst seit diesem Jahr erfasst das BKA auch die Zahl asylpolitisch motivierter Straftaten gegen Politiker und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer. Sie liegt bis jetzt bei 461 Fällen.

Auch Helfer geraten ins Visier von Straftätern

317 dieser Angriffe richteten sich gegen Amts- und Mandatsträger, 212 davon kamen aus dem rechten Spektrum, neun aus dem linken, 93 konnte das BKA keiner Seite zuordnen. Gegen ehrenamtliche Helfer oder Organisationen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, wurden 144 Straftaten gezählt. 127 davon gingen von rechtsmotivierten Tätern aus, eines von linksmotivierten.

Die Zahl der Brandanschläge auf Flüchtlingsheime ist laut eines internen BKA-Berichts im laufenden Jahr zwar von 19 im Januar auf zwei im September gesunken. Inzwischen sei es den Tätern allerdings zunehmend egal, ob Unterkünfte bewohnt seien oder nicht, heißt es in dem Papier, über das „Zeit Online“ berichtete. Mittlerweile drohten „nicht nur schwerste Gewaltstraftaten durch Einzeltäter oder Kleinstgruppen, sondern auch die Bildung terroristischer/krimineller Gruppen innerhalb des rechten Spektrums“. (küp/epd)