US-Wahl

Donald Trump will „Obamacare" doch nicht abschaffen

Am Donnerstag hatte sich Barack Obama mit Donald Trump (v.r.) im Weißen Haus getroffen.

Am Donnerstag hatte sich Barack Obama mit Donald Trump (v.r.) im Weißen Haus getroffen.

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Donald Trump hatte „Obamacare“ als Desaster bezeichnet. Nach seinem Treffen mit Obama erwägt er aber nun Teile der Reform zu erhalten.

Washington.  Der künftige US-Präsident Donald Trump erwägt, entgegen seiner Ankündigung zumindest Teile der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama zu erhalten. Dem „Wall Street Journal" (WSJ) sagte Trump in seinem ersten Interview nach der Wahl, ein wesentlicher Grund für seinen Sinneswandel sei das Treffen mit Obama am Donnerstag.

Der amtierende Präsident habe vorgeschlagen, zumindest Teile der „Obamacare" genannten Reform zu erhalten. „Ich sagte ihm, dass ich mir seinen Vorschlag anschauen werde", zitierte die Zeitung Trump am Freitag. „Und das werde ich tun."

Trump hatte „Obamacare“ Desaster genannt

Im Wahlkampf hatte der Republikaner erklärt, er werde als Präsident wichtige Gesetze zurücknehmen und durch andere ersetzen, darunter die von Obama eingeführte allgemeine Krankenversicherung. Das entsprechende Gesetz von 2010 hatte Trump als Desaster bezeichnet. Dem WSJ sagte Trump nun: „Entweder wird Obamacare geändert oder abgeschafft und ersetzt."

Erhalten bleiben könnte die Regelung, dass Eltern ihre erwachsenen Kinder bis zu einem Alter von 26 Jahren bei sich mitversichern können. Auch das Verbot für Versicherer, Menschen mit einer Vorerkrankung den Versicherungsschutz zu verweigern, könnte bleiben. Dies hatten mehrere republikanische Abgeordnete und Berater bereits empfohlen.

Durch Obamacare sind Millionen US-Bürger erstmals in den Genuss einer Krankenversicherung gekommen. Die Republikaner haben die Gesundheitsreform aber mehrheitlich abgelehnt. (rtr)