UN-Bericht

„Islamischer Staat“ ermordet Hunderte Menschen in Mossul

Laut UN-Berichten soll der IS Hunderte Menschen in Mossul ermordet haben. Zudem rekrutiert die Terrormiliz inzwischen auch Kinder.

Die irakische Armee in einem zurückeroberten Dorf nahe der Stadt Mossul.

Die irakische Armee in einem zurückeroberten Dorf nahe der Stadt Mossul.

Foto: Ahmed Jalil / dpa

Genf.  Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat in den vergangenen Tagen in der Region um die irakische Stadt Mossul offenbar Hunderte Menschen getötet. Das sagte Ravina Shamdasani, Menschenrechtssprecherin der Vereinten Nationen. Zudem seien mehr als tausend Menschen verschleppt worden.

Unter den Opfern sind 50 Deserteure und 180 ehemalige Regierungsbeschäftigte und Angehörige der irakischen Armee, sagte die Sprecherin weiter. Etwa 1750 Menschen seien von Hammam al-Alil nach Tal Afar und Mossul gebracht worden, wo sie wohl als menschliche Schutzschilde dienen sollten. Die Extremisten hätten in Tal Afar fast 400 kurdische, schiitische und jesidische Frauen in ihrer Gewalt. Auch bei Luftangriffen sei es zu zivilen Opfern gekommen, sagte die UN-Sprecherin.

IS setzt Kinder als Soldaten ein

Das Hochkommissariat habe außerdem Berichte über weitere Massaker an 200 Menschen durch die Terrormiliz erhalten. Weitere Informationen lägen nicht vor.

Die UN teilte weiter mit, dass in der Schlacht um Mossul wohl auch Kinder eingesetzt würden. Die Extremisten hätten die Einwohner in der Ortschaft Hammam al-Alil südlich von Mossul dazu aufgefordert, insbesondere Jungen ab einem Alter von neun Jahren an die Kämpfer zu übergeben.

25.000 Menschen vor dem IS geflohen

Seit Beginn der Mitte Oktober gestarteten Offensive der irakischen Armee gegen den IS berichten die Vereinten Nationen von Gräueltaten der Extremisten. Insgesamt seien mehr als 25.000 Menschen vor den Kämpfen zwischen Armee und Terrormiliz geflohen. Die meisten der geflüchteten Männer, Frauen und Kinder seien in Aufnahmecamps untergebracht und bräuchten dringend humanitäre Hilfe, teilte die Internationale Organisation für Migration mit.

Der „Islamische Staat“ hatte Mossul 2014 erobert und dort eine Schreckensherrschaft errichtet. Die zweitgrößte Stadt des Iraks ist die letzte IS-Hochburg in diesem Land. Mit Hilfe von kurdischen Peschmerga-Milizionären und vom Iran unterstützten Schiitenmilizen rückt die irakische Armee von mehreren Seiten auf Mossul vor und kämpft seit einigen Tagen auch in der Stadt selbst. Aus der Luft werden die Kämpfer auch von den US unterstützt. (epd/rtr/aba)