US-Präsidentschaftswahl

Demokraten: FBI schaut bei Trumps Russland-Verbindung weg

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Dirk Hautkapp
Donald Trump 2013, als er bei der Wahl zur Miss Universe in Moskau eintrifft, einem Wettbewerb, an dem er beteiligt ist. Aktuell stehen weniger schöne Verbindungen des Präsidentschaftsbewerbers nach Russland im Raum.

Donald Trump 2013, als er bei der Wahl zur Miss Universe in Moskau eintrifft, einem Wettbewerb, an dem er beteiligt ist. Aktuell stehen weniger schöne Verbindungen des Präsidentschaftsbewerbers nach Russland im Raum.

Foto: © Maxim Shemetov / Reuters / REUTERS

Donald Trump unter Kungel-Verdacht mit Russland: Demokraten sind empört, weil es angeblich neue Hinweise, aber keine Ermittlungen gibt.

Washington.  Harry Reid ist ein gerissener Partei-Politiker. Nur schlecht informiert ist der 76-Jährige aus dem Wüstenstaat Nevada selten. Seit der ranghöchste Demokrat im US-Senat FBI-Chef James Comey nach dessen Ermittlungsvorstoß in Hillary Clintons E-Mail-Affäre mit einem Frontal-Angriff unter Feuer genommen hat, kriegt eine Geschichte Beine, die für den Boss der Bundespolizei mehr als unvorteilhaft ist.

Reid wirft Comey vor, in der heißen Phase kurz vor der Präsidentschaftswahl am 8. November mit zweierlei Maß zu messen. Während Clinton auf der Basis von losen Verdächtigungen neuen Ermittlungen ausgesetzt werde und Wähler sich deshalb von ihr abwenden könnten, so Reid, drücke Comey bei Trump auf unverantwortliche Weise beide Augen zu. Konkret: Bei dem Verdacht, dass der milliardenschwere Unternehmer direkt oder indirekt Kontakt zur russischen Regierung und zu russischen Oligarchen unterhalte könnte.

FBI-Chef sprach angeblich von sensationellen Informationen

Quelle dafür ist laut Reid Comey selbst. Zitat: „Aus den Gesprächen mit Ihnen und mit anderen hochrangigen Beamten im Bereich der nationalen Sicherheit wurde klar, dass Sie über sensationelle Informationen über eine enge Verbundenheit und Koordination zwischen Donald Trump, seinen Schlüsselberatern und der russischen Regierung verfügen“, schreibt der Chef der demokratischen Minderheit im Senat in einem offiziellen Brief, der in Washington für Aufsehen sorgt (Klick auf das Symbol mit den beiden Pfeilen rechts unter dem Brief öffnet ihn in voller Größe).

Reids Meinung nach hat die amerikanische Bevölkerung ein Recht darauf, diese Informationen zu erfahren. Prompt schoss die Trump-Kampagne zurück: Alles erlogen. Das FBI, anders als bei Clinton zugeknöpft, lehnt jeden Kommentar ab. Dabei berichteten bereits im Sommer mehrere US-Medien über Recherchen in genau diesem Zusammenhang. Es ging damals um angebliche finanzielle Verbindungen von Trump und seinen engsten Mitarbeitern zu russischen Magnaten. Der längst geschasste Wahlkampf-Manager Paul Mannafort soll als ehemaliger Berater ukrainischer Politiker über 12 Millionen Dollar erhalten haben.

Trump-Berater bei engem Putin-Berater

Carter Page, ein außenpolitischer Berater Trumps, zog das Interesse auf sich, weil er sich in Moskau im Sommer mit einem engen Vertrauten Putins getroffen hatte. Bemerkenswert: Igor Setschin ist wegen der Annexion der Krim von den USA mit Sanktionen belegt worden.

Im Zusammenhang mit diesen Facetten kam auch ein geheimer elektronischer Kommunikationskanal zur Sprache, der den Trump-Konzern mit der Kreml-nahen russischen Alfa-Bank in Verbindung brachte. Das Magazin „Slate“ hat die Vorwürfe am Montag konkretisiert. Danach gebe es einen Computerserver im Trump Tower von New York, der mit der größten russischen Privatbank verbunden sei. Auch hier dementierte eine Trump-Sprecherin umgehend: „Es gibt diese Verbindung nicht.“

Demokraten beklagen Ungleichbehandlung

Laut US-Medien soll Comey vor wenigen Tagen intern erklärt haben, er werde keine offizielle Untersuchung in der Causa Trump/Russland eröffnen, weil es zu nah am Wahltermin liege. Die Demokraten sehen darin eine Ungleichbehandlung. Robby Mook, Clintons Wahlkampf-Manager, forderte Comey unmissverständlich auf: „Geben Sie die Informationen über Trumps Russland-Connection frei.“

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