Zum zweiten Pegida-Jahrestag haben sich am Sonntag in Dresden mehrere Tausend Anhänger der fremdenfeindlichen Bewegung versammelt. Darunter sind Beobachtern zufolge auch Vertreter der rechtsextremen sogenannten Identitären Bewegung, die in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Zeitgleich laufen in Dresden verschiedene Protestveranstaltungen gegen Pegida, zum Beispiel von „Dresden Nazifrei“.

Die sächsische Polizei wird durch Beamte aus fünf Bundesländern und von der Bundespolizei unterstützt. Große Teile der Altstadt sollten für den Verkehr gesperrt werden. 2015 nahmen zwischen 15.000 und 20.000 Anhänger an der Demonstration zum ersten Jahrestag der Pegida-Gründung teil. Die Forschungsgruppe „Durchgezählt“, die Teilnehmerangaben von Pegida und der Polizei mittels Luftaufnahmen mit der Realität abgleicht, schätzte am Sonntag die Teilnehmerzahlen bei Pegida auf 6500 bis 8500 Personen.

Jürgen Elsässer als Sprecher eingeladen

Mehrere Redner aus der rechten Szene sollten in Dresden sprechen. Der Chefredakteur des rechten Verschwörungsmagazins „Compact“, Jürgen Elsässer, etwa sprach bereits auf dem Schlossplatz, auch Michael Stürzenberger von der Kleinpartei „Die Freiheit“ und der Österreicher Martin Sellner (Identitäre Bewegung) traten bereits vor ihre Anhänger.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der „Bild am Sonntag“, er hoffe, „dass der zweite zugleich der letzte Jahrestag von Pegida sein wird“. Dresden sei eine weltoffene, tolerante und bunte Stadt, betonte der Minister, der selbst in Dresden wohnt: „Daran konnten auch zwei Jahre Pegida nichts ändern.“

Geburtstagsfeier vorverlegt

Die asyl- und islamfeindliche Pegida-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) hatte ihre Demonstration zum zweiten Jahrestag vor einer Woche von Montag auf Sonntag vorverlegt, weil sie vermutlich nicht auf dem Theaterplatz vor der Semperoper hätte demonstrieren dürfen. Dort hatten zuvor bereits Pegida-Gegner Versammlungen angemeldet.

Am Montag soll auf dem Neumarkt ein großes Bürgerfest gegen Pegida gefeiert werden, zu dem Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eingeladen hat. Das Bündnis „Herz statt Hetze“ plant am Montagnachmittag parallel eine große Demonstration, die an zwei Orten in der Neustadt und an der TU Dresden beginnt und auf dem Theaterplatz vor der Semperoper enden soll. (epd/aba)