Die umstrittene Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla hat mit einem Twitter-Kommentar zur Flüchtlingslage auch in den eigenen Reihen für Empörung gesorgt. Kudla benutzte in ihrer Kritik an der Asylpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag den Nazi-Begriff „Umvolkung“. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion distanzierte sich „eindeutig von Inhalt und Sprache“, schrieb der Parlamentarische Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer. Kudlas Tweet sei „unsäglich“.
Kudla schrieb auf Twitter: „BK #Merkel streitet es ab, #Tauber träumt. Die #Umvolkung #Deutschlands hat längst begonnen. Handlungsbedarf besteht!“ Mit „Umvolkung“ war im Nationalsozialismus die Germanisierung deutschfreundlicher Bevölkerungsgruppen in eroberten Gebieten Osteuropas gemeint. Der Begriff wird heute von Rechtsextremisten benutzt, um die Migrationspolitik zu kritisieren.
BK #Merkel streitet es ab, #Tauber träumt. Die #Umvolkung #Deutschlands hat längst begonnen. Handlungsbedarf besteht!
— Bettina Kudla (@KudlaLeipzig) September 24, 2016
Kudla beleidigt türkischen Journalisten
Kudla war vor zwei Wochen mit Äußerungen zum türkischen Journalisten Can Dündar in die Schlagzeilen geraten. Sie hatte den verurteilten Regierungskritiker in einem beleidigenden Tweet als „Cansel Dünnschiss“ tituliert. Die gebürtige Münchnerin sitzt seit 2009 für den Wahlkreis Leipzig I im Bundestag, wo sie im Juni mit einem einsamen Nein gegen die Armenien-Resolution für Aufsehen gesorgt hatte. (dpa)
Auf Twitter gab es auf die Äußerungen von Kudla zahlreiche Reaktionen:
Aua... und Frau Kudla, die den faschistischen begriff der #umvolkung offenbar okay findet, sitzt für die @cducsubt im Bundestag. m( https://t.co/cJWdwqsv7g
— anke domscheit-berg (@anked) September 24, 2016
Und auf #kudla meldet sich wieder der komplette rechte Rand: die wieder völkisch sein wollen und am liebsten arisch: Feinde der Demokratie.
— Jürgen Kasek (@JKasek) September 24, 2016
Liest man die Tweets, dann hätte @KudlaLeipzig schon vor Monaten von der CDU eingefangen gehört. Absolut irre, was man da sieht. #Kudla
— Alexander Knickmeier (@Knickmeier) September 24, 2016


