Brexit

Jean-Claude Juncker drängt Briten zu raschem EU-Austritt

Jean-Claude Juncker will das Vertrauen der Menschen für Europa zurückgewinnen. Großbritannien fordert er zum raschen EU-Austritt auf.

EU-Kommissionspräsident Juncker verteidigte die Ergebnisse des Bratislava-Gipfels gegen Kritik. Es sei ein Moment der Wahrheit gewesen.

EU-Kommissionspräsident Juncker verteidigte die Ergebnisse des Bratislava-Gipfels gegen Kritik. Es sei ein Moment der Wahrheit gewesen.

Foto: VINCENT KESSLER / REUTERS

Berlin.  Nach dem EU-Gipfel in Bratislava hat der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, Großbritannien zu einem raschen Austritt aus der Gemeinschaft aufgefordert. Es wäre „im Sinne aller Beteiligten besser, das Scheidungs-Schreiben so bald wie möglich einzureichen, um die Phase der Unsicherheit nicht unnötig in die Länge zu ziehen“, sagte Juncker unserer Redaktion.

Die 27 Staats- und Regierungschefs hätten in Bratislava deutlich gemacht, dass es für die EU nach dem Brexit weitergehe. „Solange Großbritannien noch mit am Tisch sitzt, kann es natürlich gerne mitessen, aber wenn es lieber Diät macht, lassen wir uns davon unseren Appetit sicher nicht verderben“, sagte Juncker weiter.

Juncker verteidigt Ergebnisse des Bratislava-Gipfels

Der Kommissionspräsident verteidigte die Ergebnisse des Bratislava-Gipfels gegen Kritik aus verschiedenen Hauptstädten. „Für mich war es ein Moment der Wahrheit, in dem wir uns endlich auf das konzentriert haben, was uns verbindet“, sagte er. „Die kommenden zwölf Monate sind entscheidend, um Ergebnisse zu liefern und das Vertrauen der Menschen für Europa zurückzugewinnen.“

Die Kommission habe dazu ein ganzes Bündel konkreter Maßnahmen vorgestellt – von WiFi für alle Großstädte über eine Verdopplung der Investitionsoffensive bis hin zu einem europäischen Verteidigungsfonds. „Das dient den Bürgerinnen und Bürgern mehr als jede Rhetorik“, sagte er. (gau/ck)