Kommentar

Die Riester-Rente sollte reformiert werden

Die Riester-Rente wird immer wieder stark kritisiert. Das Modell habe zwar Macken, sei aber besser als sein Ruf, sagt Isabell Jürgens.

Wie gut ist die Riester-Rente wirklich?

Wie gut ist die Riester-Rente wirklich?

Foto: dpa

Eine spontan durchgeführte Umfrage unter meinen Kollegen zeigt das ganze Dilemma. Nur die Hälfte von ihnen „riestert“. Und keiner von denen, die mithilfe der staatlich geförderten, privat finanzierten Altersvorsorge ihr späteres Rentenniveau aufbessern, ist davon überzeugt, dass die Leistungen später tatsächlich höher sind als die über die Jahre eingezahlten Beiträge.

Zugegeben, eine Befragung von knapp 20 Kollegen über den Schreibtisch hinweg ist weder repräsentativ noch sonst wie wissenschaftlich abgesichert. Doch die Ergebnisse decken sich mit denen der Umfrage, die die Berliner Sparkasse durchgeführt hat. Demnach sinkt die Bereitschaft der Berliner kontinuierlich, mit der Riester-Rente für das Alter vorzusorgen. Nur 30 Prozent der Befragten geben an, mit dem Riester-Modell zu sparen.

Das Misstrauen in das Bürokratiemonster wächst

Dabei ist die Riester-Rente tatsächlich besser als ihr Ruf, wie verschiedene Untersuchungen nahelegen. Für viele Sparer lohnt sich die staatlich geförderte Vorsorge nach wie vor. Die Rendite, so die Finanzexperten von der Stiftung Warentest, sei oft höher als bei vergleichbaren Produkten ohne Förderung. Zudem gibt es immerhin die Garantie, dass die geleisteten Beiträge plus der staatlichen Förderung ausgezahlt werden. Das ist ja immerhin etwas.

Doch das Misstrauen in das Bürokratiemonster wächst – nicht zuletzt auch deshalb, weil die intransparenten und komplizierten Vertragsklauseln schon die Auswahl des passenden Riester-Produktes schwierig machen. Da besteht erheblicher Reformbedarf. Das Misstrauen wächst aber auch, weil viele Politiker Zweifel säen, wenn sie in Rentendebatten die Abschaffung des ungeliebten Finanzproduktes fordern. Denn es ist zwar richtig, dass die Riester-Rente nicht die Erträge bringt, die 2002 in Aussicht gestellt wurden. Und es ist auch richtig, dass sie Altersarmut nicht verhindern kann. Allerdings trifft dies auch auf alle anderen privaten Rentenversicherungen zu und ist ein Ergebnis der niedrigen Zinsen.

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