Landtagswahl

Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern bei 61 Prozent

Deutlich besser als 2011 ist die Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 61 Prozent der Bewohner sollen wählen gegangen sein.

Der amtierende Ministerpräsident Erwin Sellering (r.) gibt in Schwerin seine Stimme ab.

Der amtierende Ministerpräsident Erwin Sellering (r.) gibt in Schwerin seine Stimme ab.

Foto: Ulrich Perrey / dpa

Schwerin.  Bei regnerischem Wetter ist die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag eher ruhig angelaufen. Einen großen Ansturm auf die Wahllokale gab es nicht, die Deutsche Presse Agentur spricht von mäßiger Beteiligung.

Nach dem die ersten Schätzungen ab 14 Uhr nur von etwa 33 Prozent Wahlbeteiligung gesprochen hatten, stieg die Zahl nach 18 Uhr auf 61 Prozent an. Damit war die Wahlbeteiligung etwa doppelt so hoch als bei der Landtagswahl 2011 und ebenfalls doppelt so hoch als zum Zeitpunkt der ersten Schätzungen. Auch lag die Briefwahlquote landesweit in diesem Jahr deutlich höher als vor fünf Jahren.

Um 14 Uhr sahen die Zahlen eine sehr mäßige Beteiligung vor: In Rostock, der größten Stadt des Landes, lag sie bei 31,8 Prozent und damit ähnlich hoch wie 2011. In Schwerin, wo auch ein neuer Oberbürgermeister gewählt wird, stimmten in der Innenstadt 35 Prozent der Wähler bis 14 Uhr ab, drei Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren, sagte Wahlleiter Bernd Nottebaum.

AfD gibt sich siegesgewiss

Am Vormittag wählten die sechs Spitzenkandidaten der Parteien, denen die größten Chancen auf einen Einzug zugerechnet werden. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) äußerte sich zuversichtlich, dass die SPD trotz vorhergesagter Verluste wieder stärkste Partei wird.

Wichtig sei, dass viele Menschen zur Wahl gingen und ihre Entscheidung nicht von bundespolitischen Themen abhängig machten. „Es geht um die Zukunft unseres Landes“, sagte Sellering, der in Begleitung seiner Familie ins Wahllokal kam. Sellerings Koalitionspartner Lorenz Caffier (CDU) ging mit Frau in Neustrelitz an die Wahlurne.

AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm zeigte sich ebenfalls siegessicher. „Wir hoffen auf ein Ergebnis ,gut in den 20ern’“, erklärte er in Schwerin. Das Abschneiden der rechtspopulistischen Partei wird mit besonderer Spannung erwartet. Sie könnte Umfragen zufolge mit mehr als 20 Prozent als zweitstärkste Kraft vor der CDU in den Landtag einziehen. Ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl erreichte sie im März mit 24,3 Prozent in Sachsen-Anhalt.

1,3 Millionen Menschen wählen

Gut 1,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Umfragen sahen die SPD zuletzt mit 28 Prozent vorn. Das wäre ein herber Verlust im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren. Damals siegten die Sozialdemokraten mit 35,6 Prozent.

Würden die Umfrageergebnisse bestätigt, könnten SPD und CDU ihre Koalition fortsetzen. Alternativ könnte es auch knapp für Rot-Rot-Grün reichen. In den letzten Umfragen lagen die Grünen bei 6 Prozent und die Linke zwischen 13 und 15 Prozent. Die Wahl gilt - zusammen mit der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin in zwei Wochen – bereits als Stimmungstest für die Bundestagswahl im Jahr 2017.

Wahl wird von Bundespolitik beeinflusst

Nach Einschätzung des Rostocker Politikwissenschaftlers Martin Koschkar ist bisher noch keine Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern so massiv von einem bundespolitischen Thema überlagert worden. Die Themen Flüchtlinge, Zuwanderung und Integration polarisierten. Befragungen hätten gezeigt, dass sie die Wahlentscheidungen in allen Schichten beeinflussten, erklärte er.

Die verhaltene Wahlbeteiligung hängt nach Einschätzung von Johannes Waeller, Kreiswahlleiter an der Mecklenburgischen Seenplatte, auch mit einer hohen Zahl an Briefwählern zusammen. So gebe es Wahlbüros, in denen bis zu ein Fünftel der Wähler per Briefwahl abgestimmt hätten, sagte Waeller in Neubrandenburg. (dpa)