Polizeieinsatz

Razzia gegen Rechtsterroristen in Freital – Fünf Festnahmen

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Beamte der Spezialeinheit GSG 9 (hier ein Archivbild) durchsuchten mehrere Wohnungen und andere Räumlichkeiten in Sachsen und nahmen fünf Verdächtige fest.

Beamte der Spezialeinheit GSG 9 (hier ein Archivbild) durchsuchten mehrere Wohnungen und andere Räumlichkeiten in Sachsen und nahmen fünf Verdächtige fest.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Die Polizei hat in Sachsen fünf mutmaßliche Rechtsterroristen gefasst. Die „Gruppe Freital“ soll Flüchtlingsheime angegriffen haben.

Freital.  Im sächsischen Freital hat die Polizei fünf mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen. Bundeskriminalamt und Spezialeinheiten der Bundespolizei durchsuchten mehrere Häuser und Wohnungen und nahmen dabei fünf Verdächtige fest. An dem Einsatz waren laut Bundesanwaltschaft insgesamt über 200 Beamte beteiligt.

Die Razzia hat nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) weitere mögliche Attacken verhindert. „Mit den heutigen Maßnahmen ist den Sicherheitsbehörden ein entscheidender Schlag gegen eine regionale rechtsterroristische Struktur gelungen“, sagte de Maizière am Dienstag in Berlin. Durch den Zugriff seien weitere mögliche Anschläge der Gruppe gegen Asylunterkünfte und politische Gegner verhindert worden. „Dies zeigt, dass der Staat konsequent und frühzeitig gegen rechtsterroristische Strukturen und Straftäter vorgeht.“ Die Razzien in Freital sind laut Markus Ulbig nur Teil einer größeren Ermittlungen: „Der Ermittlungskomplex ist durchaus größer und weitere Aktivitäten laufen derzeit“, sagte Sachsens Innenminister.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um Justin S. (18), Rico K. (39), Maria K. (27), Sebastian W. (25) und Mike S. (26). Sie sollen die rechtsterroristische Vereinigung „Gruppe Freital“ gegründet haben, die für mehrere Angriffe auf ein Flüchtlingsheim und ein alternatives Wohnprojekt in Freital verantwortlich sei, so die Ermittler. Zudem werden sie verdächtigt, den Sprengstoffanschlag auf das Auto des Freitaler Stadtrats Michael Richter im Juli 2015 begangen zu haben, berichtet der „Spiegel“.

Mutmaßliche Anführer sitzen bereits in U-Haft

Die Anführer der Bande, Timo S. (27), Patrick F. (24) und Philipp W. (29), sitzen bereits wegen Rädelsführerschaft in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen zufolge war es das Ziel der „Gruppe Freital“, Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberunterkünfte und Wohnprojekte von politisch Andersdenkenden zu verüben. Dazu sollen sich die Mitglieder eine große Menge pyrotechnischer Sprengkörper aus Tschechien beschafft haben, die bei der Razzia von der Polizei sichergestellt wurden.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sollen Mitglieder der Gruppe drei Anschläge mit Feuerwerkskörpern begangen haben – im September 2015 in Freital, im Oktober 2015 in Dresden und in der Nacht zum 1. November in Freital.

Den Festgenommen wird vorgeworfen, sich unter anderem wegen Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung, schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes strafbar gemacht zu haben. In Freital war es vor mehreren Wochen mehrfach zu ausländerfeindlichen Aktionen und zu Ausschreitungen gegen Flüchtlinge gekommen. Dies hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht. (bk/dpa/epd)

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