Erdogan-Affäre

Umfrage: Mehrheit hält Böhmermann-Entscheidung für falsch

Hätte sich Angela Merkel im Fall Böhmermann anders entscheiden sollen? Die Deutschen haben laut einer neuen Umfrage eine klare Antwort.

Mit der Entscheidung, Ermittlungen gegen Jan Böhmermann zuzulassen, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel viel Kritik auf sich gezogen – auch aus den eigenen Reihen.

Mit der Entscheidung, Ermittlungen gegen Jan Böhmermann zuzulassen, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel viel Kritik auf sich gezogen – auch aus den eigenen Reihen.

Foto: STAFF / REUTERS

Berlin.  Zwei Drittel der Deutschen halten einer Umfrage zufolge die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fall Böhmermann für falsch. 66 Prozent sprachen sich gegen die Ermächtigung für ein Strafverfahren gegen den Satiriker Jan Böhmermann wegen Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus, wie aus der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid für „Bild am Sonntag“ hervorgeht.

Nur 22 Prozent halten den Beschluss für richtig, zwölf Prozent sind unentschieden. Emnid befragte 500 repräsentativ ausgewählte Personen am Freitagnachmittag. Die Ablehnung von Merkels Entscheidung ist in der Union mit 62 Prozent fast genauso hoch wie in der SPD mit 63 Prozent. Die Zustimmung lag bei den SPD-Wählern bei 26 Prozent und bei CDU/CSU bei 29 Prozent.

Merkel kündigt Abschaffung von Paragraf 103 an

Wegen eines Schmähgedichts von Böhmermann hatte die Türkei die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches verlangt. Dem gab die Bundesregierung am Freitag statt. Merkel kündigte zugleich die Abschaffung des Paragrafen bis 2018 an. Die Grünen wollen eine möglichst rasche Abstimmung darüber im Bundestag. „Wir werden unseren Gesetzentwurf nächste Sitzungswoche einbringen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter der „Bild am Sonntag“. (rtr)