Flüchtlingskrise

Zahl neu ankommender Flüchtlinge ist deutlich gesunken

Im März kamen deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland als zuvor. Innenminister de Maizière hat neue Zahlen, aber keine Prognose.

Syrische Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen (Niedersachsen). Es sind die ersten syrischen Flüchtlinge, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen durften.

Syrische Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen (Niedersachsen). Es sind die ersten syrischen Flüchtlinge, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen durften.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Berlin.  Nach Schließung der Balkanroute ist die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge deutlich gesunken. Im gesamten ersten Quartal 2016 wurden im Registrierungssystem Easy 173.707 Neuzugänge erfasst. Das entspräche einem Rückgang von 66 Prozent, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag auf einer Pressekonferenz. Wie aus einer Statistik seines Ministeriums hervorgeht, kamen im März nur noch rund 21.500 Flüchtlinge an. Im Vormonat waren es noch fast dreimal so viele.

Demnach wurden im Februar in Deutschland gut 61.000 neue Flüchtlinge registriert, im Januar noch fast 92.000. Die Zahl der eingegangenen Asylanträge lag darunter. Im Januar nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 50.000 Asylerstanträge entgegen, im Februar 66.000 und im März 58.000.

Für eine Prognose für das gesamte laufende Jahr sei es noch zu früh, sagte der Innenminister. „Wir wissen nicht, wie sich die Umsetzung des Türkei-Griechenland-EU-Abkommens dauerhaft entwickelt“, sagte de Maiziére. Es sei auch nicht einzuschätzen, auf welche Routen Flüchtlinge auswichen. Für die vergangenen Monate zog der Minister eine positive Bilanz: „Die von uns ergriffenen Maßnahmen wirken.“

Das Easy-System ist eine IT-Anwendung zur Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer; Fehl- und Doppelerfassungen etwa wegen der fehlenden Erfassung persönlicher Daten sind nicht ausgeschlossen. (epd/rtr/dpa)