Ermittlungen

Mehr als 5000 Festnahmen nach Terroranschlag von Lahore

Sicherheitskräfte in Pakistan haben mehr als 5000 Verdächtige festgenommen. Ein Großteil davon wurde mittlerweile wieder freigelassen.

Dieser öffentliche Park in Lahore im Osten Pakistans war am Ostersonntag das Ziel der Terroristen.

Dieser öffentliche Park in Lahore im Osten Pakistans war am Ostersonntag das Ziel der Terroristen.

Foto: Omer Saleem / dpa

Islamabad.  Seit dem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Metropole Lahore am Ostersonntag haben die Sicherheitskräfte des Landes mehr als 5000 mutmaßliche Extremisten festgenommen. Bis auf 216 Verdächtige seien sie jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte der Staatsminister für die Provinz Punjab, Rana Sanaullah, am Dienstag mit. An den Razzien seien Angehörige der Polizei, von Anti-Terror-Einheiten und der Geheimdienste beteiligt gewesen. Künftig würden auch Armee und paramilitärische Einheiten eingesetzt.

Bei der Attacke am Ostersonntag waren 72 Menschen getötet worden, darunter 35 Kinder. Die Talibangruppe Jamaat ul-Ahrar bekannte sich zur Tat und teilte mit, man habe sowohl Christen als auch die Regierung treffen wollen.

Die Militär- und Geheimdienstoperationen hätten sich gegen „Mitglieder verbotener Organisationen“ in der Provinz Punjab gerichtet, hieß es aus Militärkreisen. Wie viele der Festgenommenen in den Anschlag verwickelt waren, blieb zunächst unklar. Die Führungsebene von Jamaat ul-Ahrar soll sich in Afghanistan aufhalten.

Sicherheitsmaßnahmen für öffentliche Orte verschärft

Die Zahl der Toten bleibe bei 72, sagte ein Polizeibeamter in der Koordinierungsstelle in Lahore. Keiner der rund 190 Verletzten, die noch in Behandlung seien, sei über Nacht gestorben. Ein Arzt am Jinnah-Krankenhaus teilte aber mit, dort seien „einige“ in kritischer Verfassung. Insgesamt waren mehr als 330 Menschen verletzt worden.

In vielen pakistanischen Städten wurden Sicherheitsmaßnahmen für öffentliche Orte verschärft. In der Millionenmetropole Karachi schloss der größte Vergnügungspark des Landes, der Safari Park, berichtete die „Express Tribune“ unter Berufung auf die Verwaltung. In 200 Parks sei dort nun mehr Sicherheitspersonal unterwegs. (dpa/rtr)