Am 22. März haben drei Selbstmordattentäter in Brüssel am Flughafen Zaventem und in einer Metro-Station Anschläge mit Sprengsätzen verübt. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich dazu bekannt.

Wie viele Opfer gibt es?

Die Staatsanwaltschaft in Brüssel hat die Zahl der Todesopfer am Montagmittag auf 35 nach oben korrigiert. Daunter ist eine Frau aus Aachen, die am Flughafen ums Leben gekommen ist. 31 Menschen seien am Dienstag am Flughafen oder in der U-Bahn getötet worden, vier weitere erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen, die drei Selbstmordattentäter kommen noch hinzu.

Hinzu kommen laut Behördenangaben die drei Selbstmordattentäter. Allerdings kursieren innerhalb des belgischen Verwaltungsapparats anscheinend Informationen zu noch mehr Todesopfern, über die noch nicht alle Stellen im Bilde sind. Die Anzahl der Verletzten wird mit 300 angegeben.

Was ist über die Attentäter bekannt?

Der sogenannte IS hat sich zu den Anschlägen bekannt. Als sicher gilt, dass es sich bei den beiden Selbstmordattentätern vom Flughafen um Najim Laachraoui (24) und Ibrahim El Bakraoui (29) handelt. Eine Überwachungskamera hatte sie gemeinsam mit einem dritten Mann aufgenommen. Er trug einen auffälligen Hut.

Nach diesem Mann wird weiter gefahndet, nachdem Medien zunächst berichtet hatten, bei ihm handele es sich um den festgenommenen Fayçal C.. Die Polizei hat am Montag ein Video veröffentlicht, das helfen soll, den Mann zu identifizieren.

Sechs Tage nach den Anschlägen in Brüssel haben die Ermittler den Verdächtigen Fayçal C. wieder freigelassen, den sie für den überlebenden mutmaßlichen Attentäter vom Flughafen hielten. Der Verdacht gegen ihn habe sich nicht erhärtet, teilten sie am Montag mit.

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Den Selbstmordanschlag auf die Metro-Station soll Khalid El Bakraoui verübt haben. Er ist der Bruder von Ibrahim, der sich am Flughafen in die Luft gesprengt haben soll. Offenbar hat es noch einen zweiten Attentäter in der Metro-Station gegeben. Unklar ist, ob er noch lebt oder auf der Flucht ist.

Gibt es Verbindungen zu anderen Anschlägen?

Ob die Anschläge von Brüssel eine Reaktion auf die Festnahme von Salah Abdeslam Mitte März waren, ist unklar. Abdeslam gilt als Hauptverdächtiger der Anschläge von Paris, bei denen am 13. November 2015 130 Menschen ums Leben gekommen waren. Er bestreitet, von den Terror-Plänen für Brüssel gewusst zu haben. Allerdings geht die Polizei davon aus, dass auch die Paris-Anschläge in Belgien geplant worden sind. In den vergangenen Tagen hatte es europaweit immer wieder Festnahmen von Terror-Verdächtigen gegeben.

Die Welt zeigt Solidarität mit Belgien

Nach den Terroranschlägen in Brüssel am Dienstag erstrahlen aus Solidarität mit Belgien und den Opfern viele Gebäude und Wahrzeichen in verschiedenen Ländern in den belgischen Nationalfarben. Auch der Eiffelturm in Paris wurde in schwarz-gelb-rotes Licht getaucht.
Nach den Terroranschlägen in Brüssel am Dienstag erstrahlen aus Solidarität mit Belgien und den Opfern viele Gebäude und Wahrzeichen in verschiedenen Ländern in den belgischen Nationalfarben. Auch der Eiffelturm in Paris wurde in schwarz-gelb-rotes Licht getaucht.© dpa | Ian Langsdon
Das Brandenburger Tor in Berlin erstrahlte ebenfalls in den Farben der belgischen Trikolore.
Das Brandenburger Tor in Berlin erstrahlte ebenfalls in den Farben der belgischen Trikolore.© dpa | Kay Nietfeld
Das neue Schloss in Stuttgart wurde auch in den belgischen Landesfarben beleuchtet. Die Landesregierung in Baden-Württemberg trauert um die Opfer der Terroranschläge.
Das neue Schloss in Stuttgart wurde auch in den belgischen Landesfarben beleuchtet. Die Landesregierung in Baden-Württemberg trauert um die Opfer der Terroranschläge.© dpa | Deniz Calagan
Auch das Rathaus in Lissabon leuchtete schwarz, gelb und rot.
Auch das Rathaus in Lissabon leuchtete schwarz, gelb und rot.© dpa | Antonio Cotrim
Sogar in Dubai solidarisierte man sich mit Belgien und ließ den Burj Khalifa erleuchten. Aber ...
Sogar in Dubai solidarisierte man sich mit Belgien und ließ den Burj Khalifa erleuchten. Aber ...© dpa | Ali Haider
... der Turm wurde nicht nur in die belgischen Landesfarben „gehüllt“, sondern bekam auch die europäische Flagge als Lichtgewand verpasst.
... der Turm wurde nicht nur in die belgischen Landesfarben „gehüllt“, sondern bekam auch die europäische Flagge als Lichtgewand verpasst.© dpa | Ali Haider
Der königliche Palast am Dam Platz in Amsterdam wurde ebenfalls beleuchtet und ...
Der königliche Palast am Dam Platz in Amsterdam wurde ebenfalls beleuchtet und ...© dpa | Evert Elzinga
... zeigte sich in der belgischen Trikolore.
... zeigte sich in der belgischen Trikolore.© dpa | Evert Elzinga
In Rom wurde die belgische Flagge ans Kapitol projiziert.
In Rom wurde die belgische Flagge ans Kapitol projiziert.© dpa | Giuseppe Lami
Im ungarischen Debrecen wurde das Nagyerdei Stadion beleuchtet.
Im ungarischen Debrecen wurde das Nagyerdei Stadion beleuchtet.© dpa | Zsolt Czegledi
Auch in Polens Hauptstadt Warschau wurde der Opfer gedacht.
Auch in Polens Hauptstadt Warschau wurde der Opfer gedacht.© dpa | Jacek Turczyk

Wie ist die Situation in Belgien?

Die Lage ist angespannt, das Land steht unter Schock. Noch immer ist der Flughafen in Brüssel gesperrt. Am Samstag wurde der geplante „Marsch gegen Angst“ in Brüssel aus Sicherheitsgründen abgesagt. Am Sonntag haben Hunderte Hooligans die Trauer auf dem Brüsseler Börsenplatz gestört. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga umfasste die Gruppe um die 450 teils alkoholisierte Menschen. Sie skandierten: „Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause“. Polizisten rückten zur Sicherung des Platzes an.

Wie Hooligans in Brüssel randalierten

© REUTERS | YVES HERMAN
Die rechten Unruhestifter hielten Spruchbänder und skandierten Hassparolen.
Die rechten Unruhestifter hielten Spruchbänder und skandierten Hassparolen.© dpa | Olivier Hoslet
Sprüche wie „Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause“ und „Alle gemeinsam gegen den Islamischen Staat“ waren zu hören.
Sprüche wie „Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause“ und „Alle gemeinsam gegen den Islamischen Staat“ waren zu hören.© dpa | Olivier Hoslet
Medien vor Ort berichteten auch von ausländerfeindlichen Slogans und Hitlergrüßen.
Medien vor Ort berichteten auch von ausländerfeindlichen Slogans und Hitlergrüßen.© dpa | Olivier Hoslet
Vor der Brüsseler Börse musste die Polizei Hooligans und die anderen Anwesenden trennen.
Vor der Brüsseler Börse musste die Polizei Hooligans und die anderen Anwesenden trennen.© REUTERS | YVES HERMAN
Nachdem die Polizei den Platz vor der Börse gesperrt hatte, eskalierte die Gewalt.
Nachdem die Polizei den Platz vor der Börse gesperrt hatte, eskalierte die Gewalt.© dpa | Olivier Hoslet
In kleineren Gruppen zogen die Hooligans in Richtung Nordbahnhof...
In kleineren Gruppen zogen die Hooligans in Richtung Nordbahnhof...© dpa | Olivier Hoslet
... und randalierten dabei in der gesamten Innenstadt.
... und randalierten dabei in der gesamten Innenstadt.© REUTERS | YVES HERMAN
Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete von etwa 450 teils betrunkenen Hooligans.
Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete von etwa 450 teils betrunkenen Hooligans.© REUTERS | YVES HERMAN
Als Reaktion auf die Terroranschläge vom Dienstag sollte am Sonntag vor der Brüsseler Börse eigentlich ein „Marsch gegen die Angst“ stattfinden.
Als Reaktion auf die Terroranschläge vom Dienstag sollte am Sonntag vor der Brüsseler Börse eigentlich ein „Marsch gegen die Angst“ stattfinden.© dpa | Olivier Hoslet
Der aber wurde aus Sicherheitsgründen angesagt. Dennoch kamen am Sonntag viele Menschen auf den Platz, um gemeinsam zu trauern.
Der aber wurde aus Sicherheitsgründen angesagt. Dennoch kamen am Sonntag viele Menschen auf den Platz, um gemeinsam zu trauern.© dpa | Olivier Hoslet
Mit den Hooligans fand die Trauer ein Ende.
Mit den Hooligans fand die Trauer ein Ende.© dpa | Olivier Hoslet
Die Brüsseler Polizei setzte Wasserwerfer ein, um der Lage Herr zu werden.
Die Brüsseler Polizei setzte Wasserwerfer ein, um der Lage Herr zu werden. © dpa | Olivier Hoslet
Nach den Attentaten vom Dienstag, bei denen 28 Unschuldige starben und 340 Menschen verletzt wurden, sind die Sicherheitskräfte in Belgien ohnehin nervös.
Nach den Attentaten vom Dienstag, bei denen 28 Unschuldige starben und 340 Menschen verletzt wurden, sind die Sicherheitskräfte in Belgien ohnehin nervös.© dpa | Patrik Stollarz

Die belgischen Behörden stehen unter massiver Kritik, weil sie teilweise Informationen zu potenziellen Attentätern verschleppt haben sollen. So will die Türkei Belgien vor Ibrahim el Bakraoui gewarnt haben. Auch die mehrfach korrigierte Opferbilanz des Krisenzentrums steht in der Kritik. (hip)