Auch einen Tag nach den Terroranschlägen in Brüssel sind am Mittwoch alle Flüge von den Flughäfen Tegel und Schönefeld nach Brüssel ausgefallen. Nach Angaben von Flughafensprecher Lars Wagner waren in Schönefeld zehn Flüge (fünf Starts und Landungen), in Tegel zwölf Flüge (je sechs Starts und Landungen) betroffen. Der Fluglinie Ryanair war es aber gelungen, einen Ausweichflughafen zu finden. Nämlich den Airport Charleroi, etwa 50 Kilometer von Brüssel entfernt. Bis zum Nachmittag waren von Schönefeld aus vier Flüge dorthin abgefertigt worden.
Wann der Flughafen Brüssel wieder öffnet, war am Mittwoch noch unklar. Offizielle Stellen sprachen von frühestens Freitag. „Und dann werden die Airlines entscheiden, wann sie den Flugbetrieb wieder aufnehmen“, sagte Wagner. Mit der Bahn kann die belgische Hauptstadt von Berlin aus wieder erreicht werden. Der Zugverkehr sei mit Betriebsbeginn am Mittwoch wieder nach Fahrplan aufgenommen worden, teilte die Deutsche Bahn mit.
Auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld waren am Mittwoch sowohl Bundespolizei als auch Beamte der Landespolizeien Berlin und Brandenburg verstärkt unterwegs. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte, dass auf den Airports mehr Beamte patrouillieren. Es würden auch Fahndungsmaßnahmen bei Flügen durchgeführt, die in die Beneluxstaaten gehen oder von dort kommen. Die Bundespolizei hatte die Beamten bereits am Dienstag mit Schutzwesten und Maschinenpistolen ausgestattet.
Deutliche Präsenz zeigte die Berliner Polizei rund um den Gendarmenmarkt. In der Botschaft Belgiens an der Jägerstraße hatte sich am Vormittag Senatorin Dilek Kolat (SPD) angesagt. Sie trug sich in Vertretung des Regierenden Bürgermeisters in das Kondolenzbuch für die Opfer der Anschläge ein.
Auch der europäische Spitzenfußball reagierte auf die erhöhte Anschlagsgefahr. Der belgische Fußballverband sagte das in Brüssel geplante Testspiel gegen Portugal zunächst ab, einigte sich dann jedoch auf eine Verlegung. Die Partie wird am Dienstag nun im portugiesischen Leiria ausgetragen.
Das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England am Sonnabend im Berliner Olympiastadion (20.45 Uhr) soll hingegen stattfinden, allerdings unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. „Die Sicherheit ist das Wichtigste. Durch die Anschläge in Brüssel ist uns wieder bewusst geworden, dass uns das Thema weiter beschäftigen wird“, sagte Nationalteammanager Oliver Bierhoff. Die Nationalelf wird mit Trauerflor spielen. Es wird auch eine Schweigeminute für die Opfer von Brüssel geben.
Für die Partie gegen England gab es schon vor den Brüsseler Anschlägen besondere Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben keine Hinweise, die auf eine Gefährdung hinweisen“, sagte Hendrik Große Lefert, Sicherheitsbeauftragter des DFB, „aber wir haben bei uns das Personal noch einmal aufgestockt.“ Nach Morgenpost-Informationen wird es zudem eine besondere Selektion der deutschen und englischen Fanströme geben. Für die britischen Anhänger ist ein dritter Eingang geplant. Zuschauern wird eine frühzeitige Anreise empfohlen, da es beim Einlass zu umfangreichen Kontrollen kommen wird. Die Polizei wird schon Stunden vor dem Spiel an zentralen Plätzen und vor dem Stadion präsent sein. Die Bundespolizei kümmert sich um die Bahnhöfe und wird in S-Bahnen mitfahren. Polizisten werden mit Sprengstoffspürhunden unterwegs sein.

