Politik

Von Büroautomation zu Big Data

Besuch auf der CeBIT: Was man aus riesigen Datenmengen alles lernen kann

Wer geht gerne auf welche Messen? In Berlin sind es wie vor einigen Wochen die Tourismusmesse oder im Herbst die Internationale Funkausstellung, die viele Menschen anziehen. Doch was kann man bei einem Besuch der CeBIT in Hannover so Spannendes erleben, dass immerhin die Bundeskanzlerin ihr auch dieses Jahr einen längeren Besuch abstattete? Sie war in Begleitung des schweizerischen Bundespräsidenten, der darauf verweisen konnte, dass die Buchstaben „IT“ immerhin im englischen Namen seines Landes, Switzerland, vorkommen. Die Abkürzung CeBIT steht für den etwas sperrigen Namen – Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation, was aus dem Jahr 1986 stammt und erst einmal nicht sehr erhellend ist.

Über 200.000 Fachbesucher aus aller Welt kommen und sehen sich an, was es Neues an Technik und Software gibt, wie man den eigenen Umsatz erhöhen kann und was man unternehmen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die größte Gruppe der Aussteller sind Dienstleistungsanbieter, die zweitgrößte Software- und Systemanbieter und, man staune, auf Platz drei Behörden und öffentliche Einrichtungen – noch vor dem Handel, den ich weiter oben vermutet hätte. Das hohe Interesse an modernen Verfahrensweisen im Umgang mit Daten und Informationen hat sich mir bei meinem letzten Besuch einer Behörde in Berlin noch nicht so offenkundig erschlossen. Doch gut, wenn es in die Richtung geht. Wir werden noch viel über die elektronische Akte hören, von Authentifizierung bis zu Zertifizierung.

Nehmen wir den ersten Begriff im Namen der CeBIT, Büroautomation, und sehen, wie weit sich das Thema entwickelt hat. 1986 hat man darunter noch den inzwischen selbstverständlich gewordenen Einsatz von Computern als Schreib- und Kommunikationshilfe verstanden. Heute sind es der intelligente, sichere und innovative Umgang mit riesigen Datenmengen in Unternehmen und Behörden. Es geht dabei nicht mehr so sehr darum, wie man Daten sammelt oder sie speichert. Diese Technologie hat man zunehmend im Griff. Immer stärker treten Dienstleister in den Vordergrund, die Firmendaten in vermutlich effizienterer Form verwalten als es früher möglich war. Die Herausforderung ist jedoch, etwas Neues aus den Big Data zu lernen, das der Mensch nicht darin finden würde. Seien es Unregelmäßigkeiten in Produktionsprozessen oder im Betrieb komplizierter Anlagen. Oder seien es Auffälligkeiten in der Kommunikation, die zu Sicherheitsbedenken Anlass geben. Die Algorithmen, die das können, sind gefragt, und noch viel mehr sind Menschen gefragt, die diese entwickeln und verbessern können. Informationstechnologie und Telekommunikation sind aktuelle Begriffe geblieben. Nach wie vor sind Informationen, deren Erzeugung, Verbreitung und Verarbeitung für viele zentral. So wichtig, dass sich die US-Regierung mit Telefonherstellern anlegt, um die Verschlüsselung bei der Kommunikation zu knacken. Bleiben unsere Daten so sicher, wie man uns glauben machen möchte? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik macht auf der CeBIT jedenfalls großflächige Werbung für neue Mitarbeiter, in der Hoffnung, dass sich der eine oder andere IT-Experte bei ihnen bewirbt und mit daran arbeitet, dass die Sicherheit in Netzen, bei der Verschlüsselung von Daten, aber auch deren Verarbeitung und Aufbewahrung in Deutschland gewährleistet bleibt.

Abschließend war ich in der Drohnenarena, einer eigens für Drohnen hergerichteten Halle, in der sich Quadro-, Hexa- und Oktokopter beim rasanten Flug um Hindernisse und durch den Parcours die Hand gaben. Eine Mischung aus Mechanik, Flugtechnik und IT-Technologie, die den Zuschauern – wahrscheinlich aber noch mehr den Bastlern und Fluggerätesteuernden – sichtbare Freude bereiteten. Tritt hier das Kind im Mann hervor? Oder ist es die Vorbereitung darauf, dass uns die Päckchen in einiger Zukunft per Drohne nach Hause geliefert werden? Die nächste CeBIT wird es mir sicherlich zeigen.