Anschläge

Nach Terror: Polizei an deutschen Flughäfen rüstet auf

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Eine Beamtin der Bundespolizei sichert am Dienstag den Terminalbereich des Flughafens in Frankfurt am Main. Nicht nur in der hessischen Landeshauptstadt reagierte die Polizei auf die Anschläge von Brüssel.

Eine Beamtin der Bundespolizei sichert am Dienstag den Terminalbereich des Flughafens in Frankfurt am Main. Nicht nur in der hessischen Landeshauptstadt reagierte die Polizei auf die Anschläge von Brüssel.

Foto: Boris Roessler / dpa

Deutschland hat nach dem Terror von Brüssel Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Innenminister de Maizière nennt die Lage bitterernst.

Berlin.  In Deutschland wurden unmittelbar nach der Brüsseler Anschlagsserie die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren. Die Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen seien am Dienstag verschärft worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Die Überwachung der Grenzübergänge zu Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg wurden verstärkt. Die Anschläge hätten nicht nur den Belgiern gegolten, „sondern unserer Freiheit, unserer Bewegungsfreiheit, der Mobilität und allen, die Teil der EU sind“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Es gebe aber bislang keinen Hinweis auf „einen Deutschlandbezug“ der Täter. Unbekannt war nach seinen Worten zunächst auch, ob Deutsche unter den Opfern sind.

De Maizière (CDU) hat die Situation in Deutschland mit drastischen Worten beschrieben: „Die Lage ist ernst, sie ist bitterernst“, sagte er in einem ARD-„Brennpunkt“ . Die Sicherheitsbehörden gingen allen Hinweisen nach, die jeden Tag bei ihnen eingehen. Nach den Anschlägen seien die entsprechenden Alarmpläne in Deutschland ausgelöst und die Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren worden seien. „Die Gefährder, die wir in Deutschland ja kennen, die werden genau beobachtet. Es gibt eine Verbleibskontrolle. Wir versuchen, alle denkbaren Informationen zusammenzufügen über Deutschland-Bezüge, die es bisher nicht gibt.“ Als Konsequenz aus den Terroranschlägen in Brüssel hat er seine Forderung nach einem besseren Austausch sicherheitsrelevanter Daten in Europa bekräftigt, der Austausch lasse zu wünschen übrig, es gebe Datensilos.

An Verkehrsknotenpunkten waren am Dienstag deutlich mehr Beamte als an normalen Tagen im Einsatz. Die Polizisten waren zudem stärker bewaffnet und mit Schutzwesten ausgestattet.

Politiker aller Parteien reagierten mit Entsetzen auf die Nachrichten aus Brüssel. Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte dem belgischen König Philippe. „Die Nachrichten von den grausamen Terroranschlägen am Flughafen Brüssel und in der Brüsseler Metro haben mich tief erschüttert. Die schrecklichen Verbrechen, die so viele Opfer gefordert haben, verurteile ich auf das Schärfste“, heißt es in seinem Kondolenzschreiben. Kanzleramtsminister Peter Altmaier twitterte: „Unfassbar. Die Terroristen dürfen nie gewinnen! Die Werte Europas sind stärker als Hass und Gewalt! Alle Solidarität für Brüssel und die EU.“

Auswärtiges Amt ruft Krisenstab ins Leben

Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr nach Brüssel ein. Züge etwa von Frankfurt in die belgische Hauptstadt beendeten die Fahrt in Aachen, teilte das Unternehmen mit. Die Lufthansa strich alle Flüge nach Brüssel. Eine Maschine, die bereits unterwegs gewesen sei, sei nach Lüttich umgeleitet worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. In Berlin wurde die Besucherterrasse des Flughafens Tegel geschlossen. Das sei nach den Anschlägen in Brüssel eine „präventive Maßnahme“, teilt der Flughafen mit.

Das Auswärtige Amt hat nach den Anschlägen einen Krisenstab eingerichtet. „Die deutsche Botschaft in Brüssel bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob auch Deutsche von den Explosionen betroffen sind“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Dienstag in Berlin. Die Botschaft stehe in engem Kontakt mit den belgischen Behörden. Das Auswärtige Amt hat eine Notruf-Hotline geschaltet (Tel.: 030/5000-3000).

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, schrieb auf dem Internet-Kurzmitteilungsdienst Twitter: „Die widerwärtigen Anschläge in Brüssel lassen uns alle zusammenstehen: Solidarität mit den Opfern und Entschlossenheit gegen die Terroristen.“ Kanzleramtschef Peter Altmaier hat Brüssel und der Europäischen Union nach den Terrorattacken deutschen Beistand versichert. „Unfassbar. Die Terroristen dürfen nie gewinnen! Die Werte Europas sind stärker als Hass und Gewalt! Alle Solidarität für Brüssel und die EU“, schrieb der CDU-Politiker am Dienstag ebenfalls auf Twitter.

(rtr/dpa)

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