Anschläge

Terror in Brüssel: Etliche Länder erhöhen Sicherheitsstufe

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Sicherheitskräfte an der Metrostation Maelbeek in Brüssel: Viele europäische Städte haben die Sicherheitsvorkehrungen nach den Anschlägen in Paris erhöht.

Sicherheitskräfte an der Metrostation Maelbeek in Brüssel: Viele europäische Städte haben die Sicherheitsvorkehrungen nach den Anschlägen in Paris erhöht.

Foto: Olivier Hoslet / dpa

Immer mehr Länder reagieren auf die mutmaßlichen Anschläge von Brüssel und erhöhen ihre Sicherheitsvorkehrungen – auch Deutschland.

Brüssel.  Nach den Denotationen auf dem Flughafen sowie in der U-Bahn von Brüssel haben zahlreiche Länder umfassende Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet. In Deutschland berät man im Bundespolizeipräsidium über die aktuelle Sicherheitslage. Dabei geht es vor allem um mögliche erhöhte Sicherheitsmaßnamen an den Flughäfen. „Wir haben die Maßnahmen intensiviert“, sagte eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums.

Konkret sei das im Bereich der deutsch-belgischen Grenze der Fall. Hinzu kommen demnach verstärkte Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen im Land. Auch die Schutzausrüstung der Bundespolizisten sei erhöht worden. Am Morgen hatte die Bundespolizei in Frankfurt am Main bereits angekündigt, die Kontrollen am größten deutschen Flughafen zu verschärfen.

Länder ordnen Sitzungen von Sicherheitsstäben an

Großbritanniens Premierminister David Cameron rief unterdessen das Sicherheitskabinett zusammen. „Ich bin schockiert und besorgt wegen der Ereignisse in Brüssel. Wir werden alles tun, was wir können, um zu helfen“, schrieb Cameron am Dienstag auf Twitter. Das Sicherheitskabinett werde noch am Vormittag zusammenkommen. Die britische Polizei kündigt an, ihre Präsenz an Verkehrsknotenpunkten zu verstärken.

Auch in Paris rief Frankreichs Präsident Hollande alle wichtigen Minister zu einem Krisentreffen zusammen. Der Staatschef beriet mit Premierminister Manuel Valls, Außenminister Jean-Marc Ayrault sowie den Ministern für Inneres und Verteidigung am Dienstagvormittag im Élyséepalast über die Lage, wie sein Büro auf Twitter mitteilte. Medienberichten zufolge wurde die Grenze zwischen Belgien und Frankreich geschlossen. 1600 Polizisten sollen zusätzlich an den Grenzen und in Zügen eingesetzt werden.

Die Nato verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen in ihrem Hauptquartier in Brüssel, das nahe dem Flughafen liegt. „Wir bleiben wachsam und beobachten die Lage sehr genau“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. „Wir alle stehen an diesem dunklen Tag an der Seite unseres Verbündeten Belgien“, sagte er.

Niederländisches Militär erhöht Präsenz

Auch in den Niederlanden und Polen wappnet man sich gegen mögliche Anschläge. Das niederländische Militär erhöhte seine Präsenz an Flughäfen und Grenzen des Landes, hieß es. Das niederländische Außenministerium warnt Bürger davor, in die belgische Hauptstadt zu fahren. Niederländer, die bereits in Brüssel sind, werden aufgefordert, in Gebäuden zu bleiben beziehungsweise den Flughafen und die Metro zu vermeiden. Eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagte am Dienstag, auf den Flughäfen des Landes seien mehr Beamte in Uniform und in Zivil im Einsatz und kontrollierten sowohl im Sicherheitsbereich als auch in den allgemein zugänglichen Teilen der Gebäude. Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo setzte am Vormittag die Sitzung eines Sicherheitsstabes an.

Russlands Präsident Putin verurteilte die Anschläge in Belgien als „barbarische Verbrechen“. Der Terrorismus kenne keine Grenzen und müsse daher in aktiver internationaler Zusammenarbeit bekämpft werden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau. Putin habe dem belgischen König Philippe sein Beileid ausgesprochen, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hat die Anschläge von Brüssel Als „Angriff auf die Kernwerte von Demokratie und Freiheit“ bezeichnete der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka die Anschläge von Brüssel. Er sei schockiert über die Nachrichten aus Belgien und spreche den Angehörigen der unschuldigen Opfer sein Mitgefühl aus, sagte der Sozialdemokrat in Prag: „Erst vorige Woche haben wir in Brüssel gemeinsam mit der EU-Spitze über die Migrationskrise verhandelt, nun ist Belgien zum Opfer unmenschlichen Terrors geworden.“ Der belgischen Regierung versprach Sobotka Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus.

Europäische Politiker zeigen sich mit Belgien solidarisch

In Österreich hat das Innenministerium ebenfalls Sicherheitsmaßnahmen erhöht – auch wenn kein Bezug zu dem Land erkennbar sei, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum, besonders auf Flughäfen sowie im öffentlichen Verkehr, sei verstärkt worden. Ein Krisenstab wurde eingerichtet.

Die österreichische Regierung bezeichnete die tödlichen Explosionen in Brüssel als heimtückische Terrorakte. „Diese Anschläge gegen die Zivilbevölkerung im Zentrum Europas tragen eine feige und barbarische Handschrift. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden“, teilten Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ)und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Dienstag mit. Österreich zeige volle Solidarität mit Belgien. „Europa muss den Terror gemeinsam bekämpfen und seine demokratischen Werte entschlossen verteidigen“, hieß es von den Politikern.

Gauck schickt Kondolenzbrief an belgischen König

Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte dem belgischen König Philippe. „Die Nachrichten von den grausamen Terroranschlägen am Flughafen Brüssel und in der Brüsseler Metro haben mich tief erschüttert. Die schrecklichen Verbrechen, die so viele Opfer gefordert haben, verurteile ich auf das Schärfste. Deutschland steht angesichts dieser terroristischen Gewaltakte an der Seite Belgiens“, heißt es im Kondolenzschreiben Gaucks.

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, twitterte: „Die widerwärtigen Anschläge in Brüssel lassen uns alle zusammenstehen: Solidarität mit den Opfern und Entschlossenheit gegen die Terroristen.“

Kanzleramtschef Peter Altmaier versicherte Brüssel und der Europäischen Union nach den Terrorattacken in der belgischen Hauptstadt deutschen Beistand. „Unfassbar. Die Terroristen dürfen nie gewinnen! Die Werte Europas sind stärker als Hass und Gewalt! Alle Solidarität für Brüssel und die EU“, schrieb der CDU-Politiker am Dienstag auf Twitter. (bk/dpa/rtr)

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