Politik

„Keine fahrlässige Tötung, sondern Totschlag“

Zum Artikel: „Tödliche Raserei am
Tauentzien“ vom 2. Februar

Durch die Aussagen in dem Bericht entsteht der Eindruck, die Raser könnten nur wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung gezogen werden. Das ist falsch. Wer bei vorgeschriebenem Tempo 50 mit offensichtlich mehr als 100 Kilometer pro Stunde den Kurfürstendamm und anschließend die Tauentzienstraße runterrast und mit überhöhter Geschwindigkeit rücksichtslos bei Rot über Kreuzungen rast, nimmt völlig zweifelsfrei den Tod anderer billigend in Kauf, handelt also mit bedingtem Tötungsvorsatz. Das bedauerliche Ergebnis der Raserei ist dann völlig zweifelsfrei keine fahrlässige Tötung mehr, sondern Totschlag, Strafmaß gemäß § 212 Abs. 1 StGB nicht unter fünf Jahre.

Rüdiger Kramer, per Mail

Forderungen an Radfahrer, die man kaum ablehnen kann

Zum Artikel: „Grüne Welle für Radfahrer – wie in Kopenhagen“ vom 19. Januar

Das Fahrrad ist heute insbesondere in den Städten nicht mehr wegzudenken. Wenn sicheres Radfahren in Berlin Gesetz werden soll, wie in dem Artikel beschrieben, dann gehören meines Erachtens folgende Forderungen an die Radfahrer dazu: Fahrradführerschein, Kennzeichnung der Fahrräder, Haftpflichtversicherung, Tüv für Alträder, Helmpflicht, Fahrradverbandskasten und Änderung des § 27 der StVO (Kolonnenfahrt). Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ADFC sich diesen Forderungen verschließen kann.

A.M. Peter, Tempelhof

Das Kartenkontingent war viel zu knapp bemessen

Zum Artikel: „Ein Dankeschön an alle Flüchtlingshelfer“ vom 1. Februar

Seit Anbeginn der Unterkunft in meiner Nähe sind meine Frau und ich als ehrenamtliche Helfer tätig. Jetzt kam der Tag des „Dankeschön von Berlin“. Wir wollten den kostenlosen Zoobesuch genießen. Aber um 10.25 Uhr war an der Kasse nur noch zu hören: „Da hätten sie aber viel früher aufstehen müssen, das ist alles längst vergeben!“ Bei Aquarium, war das Angebot noch viel geringer, das war schon schneller weg. Danach haben wir es gar nicht mehr versucht. Immerhin haben wir noch ein Lunch-Konzert von 45 Minuten in der Philharmonie genossen, aber schon nicht mehr kostenlos. Ist das wirklich der ganze mögliche „Dank“? So streng bürokratisch konditioniert nur mit sehr frühem Aufstehen in Hetze zu erreichen? Anders sollte es gar nicht gehen? Na gut, dann lernen wir eben daraus. Wie schade.

Klaus-Jürgen Langner, Hakenfelde

Ein bedauernswertes Denkmal für städtische Fehlplanung

Zum Artikel: „Maaßenstraße unter Beobachtung“ vom 1. Februar

Als Anwohnerin der Maaßenstraße bin ich maßlos enttäuscht über das, was sich der Senat mit unseren Steuergeldern geleistet hat. Mit dieser Fehlplanung hat sich Frau Lüscher ein weiteres bedauernswertes Denkmal gesetzt. Wann tritt sie im Interesse Berlins endlich zurück?

Catrin Sielke, Schöneberg

Russlanddeutsche glauben Propaganda-Falschmeldungen

Zum Artikel: „Töne wie zur Zeit des Kalten Krieges“ vom 29. Januar

Dass Russlanddeutsche russische Medien hören und sehen, ist legitim. Dass aber Tausende diesen Propaganda-Falschmeldungen – in diesem Fall zu einem angeblich entführten russlanddeutschen Mädchen – mehr Glauben schenken als das, was deutsche Medien berichten, ist mehr als bedenklich. Und dass Hunderte aus diesem Personenkreis demonstrieren, um unser Rechtssystem infrage zu stellen, ist verwerflich. Mit offenen Armen hat die Bundesrepublik Deutschland sie aus dem damaligen sowjetischen Imperium einreisen lassen, um ihnen eine neue Heimat zu geben. Den unbelehrbaren Personen steht es frei, in ihr Geburtsland zurückzukehren.

Manfred Liebreich, per Mail