Terroranschlag

Paris steht im Zeichen des Gedenkens an „Charlie Hebdo“

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Der Anschlag auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ jährt sich am Donnerstag zum ersten Mal. Paris gedenkt der Toten schon seit Tagen.

Paris.  Mit dem Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2015 begann für die Franzosen ein Jahr, das durch den islamistischen Terror geprägt war. Die Reihe der Attentate zieht sich bis zum 13. November, als bei mehreren Anschlägen von Islamisten in Paris insgesamt 130 Menschen starben, die meisten von ihnen in der Konzerthalle Bataclan.

Bereits am Dienstag hatte Frankreichs Präsident François Hollande mehrere Gedenktafeln für die Opfer des Angriffs auf die Redaktion vor einem Jahr an drei der Anschlagsorte enthüllt. Gemeinsam mit der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo gedachte er jeweils für einige Minuten der getöteten Menschen. Beim Überfall auf die Redaktion vob „Charlie Hebdo“ und den anschließenden Attacken starben am 7. Januar und den beiden folgenden Tagen in Paris 17 Menschen.

Am Platz der Republik im Herzen der Hauptstadt legen seit Tagen zahlreiche Menschen Blumen und Briefe zum Gedenken an die Opfer nieder. der Platz war schon vor einem Jahr zum Zentrum des Gedenkens und der Trauer geworden.

Kirchen protestieren gegen Sonderausgabe von „Charlie Hebdo“

Für Aufsehen sorgte die Sonderausgabe, die die Redaktion von „Charlie Hebdo“ am Mittwoch zum Jahrestag herausbrachte. Das Titelbild zeigt einen flüchtenden Gott als Täter: „Ein Jahr danach – der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß“ steht über der Zeichnung eines bärtigen alten Mannes. Das weiße Gewand ist blutbefleckt, auf dem Rücken trägt die wegrennende Figur eine Schnellfeuerwaffe, wie sie bei den islamistischen Anschlägen verwendet wurde.

Im Editorial kritisiert der als „Riss“ zeichnende Laurent Sourisseau „vom Koran verblödete Fanatiker“, die wie „geweihte Ärsche anderer Religionen“ ein Ende des Magazins gewünscht hätten, weil es über Religiöses zu lachen wage. Schon vor Erscheinen der Sonderausgabe gab es Protest von Kirchenvertretern und konservativen Politikern. (dpa)

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