Umfrage

IS-Terrormiliz und Israel bei Arabern fast gleich unbeliebt

Eine große Mehrheit aller Araber ist gegen den Islamischen Staat, zeigt eine Studie. Fast genauso viele sind aber auch gegen Israel.

Den Islamischen Staat und ihre Kämpfer lehnt die große Mehrheit der Menschen im Nahen Osten ab.

Den Islamischen Staat und ihre Kämpfer lehnt die große Mehrheit der Menschen im Nahen Osten ab.

Foto: © STRINGER Iraq / Reuters / REUTERS

Berlin.  Die IS-Terrormiliz und Israel sind in der arabischen Welt in etwa gleich verhasst. Bei einer Umfrage des Arabischen Zentrums für Forschung und Politikstudien in Katar in zwölf arabischen Ländern äußerten sich 89 Prozent der Befragten negativ über den Islamischen Staat. Zugleich lehnten 85 Prozent eine Anerkennung Israels durch ihr Heimatland ab, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage hervorging. Zuerst berichtete „Spiegel Online“ über die Umfrage.

Als Gründe nannten die Befragten, Israel sei „rassistisch, expansionistisch und kolonialistisch“. 67 Prozent der nach Angaben des Instituts in persönlichen Interviews Befragten bezeichneten Israel oder die USA als den größten Feind ihres Landes.

Auch die Einstellung zur Demokratie in der arabischen Welt beleuchtet die Umfrage: 79 Prozent der Befragten halten demzufolge ein demokratisches politisches System für die erstrebenswerteste Lösung für ihr Land.

Fast ein Viertel der Befragten würde gerne emigrieren

Die eigene wirtschaftliche Lage wird indes als schlecht angesehen. Nur 20 Prozent gaben an, sie könnten Ersparnisse anlegen. 48 Prozent kommen gerade so über die Runden, 29 Prozent sind auf Hilfe von anderen angewiesen und können ihre Grundbedürfnisse nicht durch ihren eigenen Verdienst abdecken. 23 Prozent würden ihr Heimatland gerne verlassen und emigrieren.

Nach Angaben des Arabischen Zentrums handelt es sich um die größte Umfrage dieser Art in der arabischen Welt. Insgesamt nahmen mehr als 18.300 Menschen aus den Ländern Saudi-Arabien, Kuwait, Irak, Jordanien, Palästina, Libanon, Ägypten, Sudan, Tunesien, Algerien, Marokko und Mauretanien an der Befragung teil. (dpa)