Berlin –

Von den Familien vorgeschickt

57.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

Berlin.  Im November hat die Zahl der neu angekommenen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Bundesweit wurden 11.731 Kinder und Jugendliche in einem Monat neu in die Obhut der Jugendämter aufgenommen. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Das Bundesfamilienministerium gehe gegenwärtig von etwa 57.000 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland aus, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Vor diesem Hintergrund der schnell steigenden Zahl der Flüchtlingskinder, die von den Jugendämtern nach den allgemein geltenden Unterbringungs- und Betreuungsstandards versorgt werden müssen, fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund nun ein eigenes Leistungsrecht für minderjährige Flüchtlinge. „Die zunehmende Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge stellt eine große Herausforderung für die Kommunen, insbesondere die Jugendämter dar“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dieser Zeitung. Überwiegend handele es sich um Personen zwischen 15 und 17 Jahren, die häufig über Schlepperorganisationen nach Deutschland kommen und teilweise offenbar von ihren Familien vorgeschickt würden, so Landsberg.