Flüchtlinge

Feuer in Unterkünften – und in Freital lodert neuer Hass

Rechtsextremisten in Freital machen wieder auf sich aufmerksam. Es waren nicht die einzigen politisch motivierten Taten am Wochenende.

Blick auf ein ehemaliges Bürogebäude in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt). Die geplante Flüchtlingsunterkunft ist geflutet und damit mutwillig beschädigt worden. Am Wochenende wurde dort eine Demonstration behindert.

Blick auf ein ehemaliges Bürogebäude in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt). Die geplante Flüchtlingsunterkunft ist geflutet und damit mutwillig beschädigt worden. Am Wochenende wurde dort eine Demonstration behindert.

Foto: Peter Endig / ZB

Berlin.  Erneut hat es am Wochenende mehrere fremdenfeindliche Vorfälle gegeben, darunter Morddrohungen und mutmaßliche Brandstiftungen. Ein Bürgerfest gegen Rechtsextremismus wurde durch stinkende Buttersäure behindert.

Rechtsextremisten machen auch im sächsischen Freital wieder auf sich aufmerksam: Unbekannte beschmierten in der Nacht zu Samstag die Fassade eines alten Supermarkts sowie ein gegenüberliegendes Berufsschulzentrum mit Hakenkreuzen und Parolen gegen die Asylpolitik und Drohungen gegenüber Kommunalpolitikern, wie die Polizei am Sonntag in Dresden mitteilte.

Unter anderem stand dort „Freital soll sauber bleiben, keine Asylheime, keine Antifa“, „Freital bleibt deutsch“ und „Kein Asyl, Rumberg töten“. Uwe Rumberg (CDU) ist der Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt. Auch das Rathaus von Freital wurde an den Türen mit blauer und brauner Farbe beschmutzt.

In Freital und der Umgebung hat es in den vergangenen Monaten mehrfach Übergriffe auf Asylunterkünfte sowie Büros und Privateigentum von asylfreundlichen Politikern gegeben. Anfang November gab es eine großangelegte Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer Bürgerwehr, vier Personen wurden vorläufig festgenommen.

In Lingen in Niedersachsen legten Unbekannte an einer Flüchtlingsunterkunft Feuer. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Nach ihren Angaben brannten am Samstag an einem Nebeneingang mehrere Pappkartons. In der Notunterkunft leben rund 230 Flüchtlinge.

Weitere Brände an Asylbewerberheimen

In Mecklenburg-Vorpommern brannte es in und an zwei Asylbewerberunterkünften. Im Dorf Tutow brach am frühen Sonntagmorgen im Keller des Gebäudes ein Feuer aus, wie die Polizei in Neubrandenburg mitteilte. In Altenkirchen auf der Insel Rügen brannten in der gleichen Nacht mehrere Müllsäcke. Das Feuer griff auf die Fassade des Hauses über. In beiden Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus.

In Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt verschütteten Unbekannte vor einem Bürgerfest gegen Rechtsextremismus übelriechende Buttersäure auf dem Veranstaltungsgelände. Wie ein Polizeisprecher in Dessau-Roßlau sagte, konnte die Feuerwehr den Kirchplatz rechtzeitig reinigen. Zum Bürgerfest kamen rund 200 Menschen. Sie stellten sich damit einer Demonstration von rund 150 „besorgten Bürgern“ entgegen. Erst am Donnerstag war dort eine geplante Flüchtlingsunterkunft durch das mutwillige Öffnen der Wasserhähne geflutet und verwüstet worden. (dpa)

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