Millionenzahlungen

IWF-Chefin Lagarde soll in Frankreich angeklagt werden

IWF-Chefin Christine Lagarde bei einem Eurogruppen-Treffen in Brüssel.

IWF-Chefin Christine Lagarde bei einem Eurogruppen-Treffen in Brüssel.

Foto: Julien Warnand / dpa

Die Chefin des IWF soll vor ein französisches Gericht gestellt werden. Hintergrund sind umstrittene Zahlungen an einen Geschäftsmann.

Paris.  Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, wird wegen einer Finanzaffäre in Frankreich angeklagt. Der Gerichtshof der Republik, der für Verfehlungen von Ministern im Amt zuständig ist, habe dies angeordnet, teilte Lagardes Anwalt am Donnerstag mit.

Lagarde kündigte an, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen zu wollen. Noch im September hatte die Staatsanwaltschaft empfohlen, die Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit gegen die heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds einzustellen.

400 Millionen Euro Entschädigung

Die frühere französische Finanzministerin war bereits im August 2014 in der Affäre um eine staatliche Entschädigungszahlung für den umstrittenen Geschäftsmann Bernard Tapie formell beschuldigt worden. Zuvor war sie in der Sache mehrfach vernommen worden.

Lagarde soll in ihrer Funktion als Finanzministerin dabei geholfen haben, dass Tapie eine Entschädigung über mehr als 400 Millionen Euro erhielt. Der Geschäftsmann und Unterstützer des damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy hatte der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais vorgeworfen, ihn beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas hintergangen zu haben. Daraufhin hatte der französische Staat ihn entschädigt. Anfang Dezember hatte ein Gericht entschieden, dass Tapie die Summe zurückzahlen muss. (sah/dpa)

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