Kiew

Machtkampf in der Ukraine spitzt sich zu

| Lesedauer: 2 Minuten

Kiew.  Machtkampf in der Ukraine: Der Geheimdienst hat den engen Mitarbeiter eines Gegners von Präsident Petro Poroschenko festgenommen. Dem Vorsitzenden der Partei Ukrop, Gennadi Korban (45), werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Unterschlagung von Spendengeldern in Millionenhöhe und Entführung vorgeworfen, sagte ein Behördensprecher am Sonntag in Kiew nach Angaben von örtlichen Medien.

Korbans Anwalt Alexej Schewtschuk warf den Behörden gesetzwidriges Vorgehen und politischen Druck vor. Der Parteichef gilt als Vertrauter des Milliardärs und Poroschenko-Rivalen Igor Kolomoiski.

Der Präsident hatte den Unternehmer im März 2015 als Gouverneur der Region Dnipropetrowsk gefeuert. Korban stand bis zur Entlassung von Kolomoiski der Gebietsverwaltung vor. Die Partei Ukrop hat mit dem Abgeordneten Boris Filatow gute Aussichten, die Stichwahl um den Bürgermeisterposten der Industriestadt am 15. November zu gewinnen.

Justizsprecher Wladislaw Kuzenko wies Vorwürfe einer politisch motivierten Festnahme zurück. Die Justiz hatte bei einer landesweiten Razzia mehr als 500 Geheimdienstmitarbeiter eingesetzt. Korban war bei der Bürgermeisterwahl in Kiew vor einer Woche in der ersten Runde an Amtsinhaber Vitali Klitschko gescheitert. Der Ex-Boxer arbeitet politisch eng mit Präsident Poroschenko zusammen.

Klitschko muss am 15. November in einer Stichwahl gegen den nationalistischen Parlamentarier Borislaw Berjosa um das Amt in der Metropole antreten. Das teilte die Wahlkommission in der ukrainischen Hauptstadt mit. Demnach erhielt Klitschko in der ersten Runde der Kommunalwahl 40,5 Prozent der Stimmen. Auf den Zweitplatzierten Berjosa entfielen 8,8 Prozent. Weil keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen erringen konnte, kommt es nun zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten. Internationale Beobachter urteilten, trotz Mängeln habe die Wahl demokratischen Standards entsprochen. Die ukrainische Führung will die geplatzten Kommunalwahlen in mehreren östlichen Städten des Landes am 15. November nachholen lassen.

( dpa )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos