Spielsucht

Berliner Senat verschärft Kampf gegen Glücksspielautomaten

Mehr als 6000 Café-Casinos existieren derzeit in der Stadt. Die rot-schwarze Koalition will jetzt gegen diese vorgehen.

Nach den Spielhallen will Berlin den Kampf gegen die sogenannten Café-Casinos verstärken. Nach dem Willen von SPD und CDU sollen das Aufstellen von Spielautomaten entsprechend erschwert und Verstöße dagegen härter geahndet werden. Mehr als 6000 Café-Casinos existieren derzeit in der Stadt, sie bieten im Gegensatz zu den regulären Spielhallen weitgehend unkontrolliert das Automatenspiel an.

Die Bundesregierung hat Ende vergangenen Jahres bereits die Zulassung neuer Café-Casinos erschwert. Seitdem dürfen nur noch zwei Automaten je Gaststätte aufgestellt werden. Das geht SPD und CDU nicht weit genug.

„Wir wollen sie ähnlich behandeln wie Spielhallen“, sagt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD, Daniel Buchholz. „Es sollen keine Geldautomaten mehr in diesen Einrichtungen bereitstehen, außerdem soll es keine sichtbaren Spielanreize mehr in den Schaufenstern geben.“

„Wir sind uns in der Zielsetzung einig, die Café-Casinos auszutrocknen“

Auch die CDU will den Kampf gegen die ungeliebten Café-Casinos verschärfen. „Wir sind uns in der Zielsetzung einig, die Café-Casinos auszutrocknen“, sagt der stellvertretende Fraktionschef, Stefan Evers. „Das muss Priorität haben, der überwiegende Anteil der Café-Casinos ist schlichtweg illegal.“ Aus Sicht der CDU besteht vor allem ein Vollzugsdefizit, weil die Läden kaum kontrolliert würden.

Die SPD will zudem schärfere Sanktionsmöglichkeiten in das Spielhallengesetz aufnehmen, um besser gegen Café-Casinos vorgehen zu können. So sollen die Geldbußen für Verstöße gegen Auflagen von 50.000 auf 250.000 Euro erhöht werden. Außerdem soll nach dem Vorbild Hessens eine landesweite Sperrdatei eingeführt werden.

Für die legalen Spielhallen wird es eng

Bislang können sich Spielsüchtige bei einzelnen Anbietern sperren lassen, wie zum Beispiel den Spielcasinos, die in Landesregie betrieben werden. Künftig soll das für alle Glücksspielanbieter gelten. Demnach müssten sich auch die Kunden von Café-Casinos registrieren lassen, bevor sie ihr Geld in einen Automaten werfen. In Hessen haben sich bereits 2700 Spielsüchtige landesweit sperren lassen, um nicht noch mehr Geld zu verspielen.

Aber auch für die legalen Spielhallen wird es eng. In neun Monaten endet ihre fünfjährige Übergangsfrist. Dann verlieren alle Spielhallen ihre Lizenzen. Neue Erlaubnisse erhalten sie nur, wenn keine andere Spielhalle im Umkreis von 500 Metern existiert und sie sich nicht in der Nähe von Einrichtungen befinden, in denen sich hauptsächlich Kinder aufhalten. Nur etwa ein Viertel der bestehenden Spielhallen wird demnach überleben.