In Österreich ist ein Schlepper-Lkw mit 26 Flüchtlingen gestoppt worden. Drei Kleinkinder befanden sich laut Polizei in einem kritischen Zustand. Sie seien in dem stickigen Laster dehydriert. Medizinern zufolge hätten sie nur noch wenige Stunden überlebt. Nach einer Behandlung in einer Klinik seien die Kinder in einem stabilen Zustand. Die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Bangladesch hätten Deutschland als Ziel angegeben. Der Lastwagen war am Freitag in St. Peter am Hart bei Braunau nahe der deutschen Grenze angehalten worden. Der Fahrer, ein 29-jähriger Rumäne, wurde festgenommen.
Am Donnerstag hatte der Fund eines Schlepper-Lkw mit 71 vermutlich erstickten Flüchtlingen bei Wien für Entsetzen gesorgt. Das Kreisgericht der südungarischen Stadt Kecskemet verhängte am Sonnabend Untersuchungs-Haft gegen drei Bulgaren im Alter von 29, 30 und 50 Jahren sowie einen Afghanen im Alter von 28 Jahren, wie Gerichtspräsident Ferenc Biscskei erklärte. Die vier Männer waren am Donnerstag nahe der ungarischen Grenze zu Serbien festgenommen worden. Die ungarische Staatsanwaltschaft wirft den Inhaftierten gewerbsmäßigen Menschenschmuggel und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. Das Kreisgericht gab dem Antrag auf Untersuchungshaft statt, weil es Flucht-, Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr gegeben sah. Die Verdächtigen legten Berufung gegen ihre Verhaftung ein. Sie bestritten die Anschuldigungen.
Nach dem Tod von bis zu 200 Flüchtlingen bei Schiffsuntergängen vor der Küste Libyens haben unterdessen Sicherheitskräfte des Landes drei mutmaßliche Schlepper festgenommen. Die Männer seien zwischen 21 und 29 Jahre alt, erklärte das libysche Innenministerium am Sonnabend. Ihre Festnahme in der Stadt Suwara im Nordwesten des Landes sei nach der Befragung von Überlebenden erfolgt. Vor der Küste von Suwara waren in dieser Woche zwei Boote mit rund 500 Flüchtlingen an Bord gekentert. Nach Angaben der libyschen Küstenwache kamen dabei rund 200 Menschen um, 198 Menschen seien gerettet worden.
dpa

