Rom

Seenot vor Libyen: Küstenwache muss 18 Boote bergen

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Tausende vor Libyen gerettet. Mazedonien verstärkt Grenze

Rom.  Etwa 3000 Bootsflüchtlinge sind nach Angaben der italienischen Küstenwache am Sonnabend vor der Küste Libyens in Seenot geraten. Ein Sprecher der italienischen Küstenwache sagte, binnen kurzer Zeit seien Notrufe von 18 Flüchtlingsbooten eingegangen. Etwa 1200 Schiffbrüchige hätten bei gerettet werden können, Hunderte weitere waren jedoch weiter in Seenot. Die Rettungsaktion dauerte am Sonnabend noch an. Mindestens sieben Hilfsschiffe seien an den Rettungsaktionen beteiligt, unter anderem der italienischen Marine und Schiffe der EU-Grenzschutzmission „Triton“.

2300 Ertrunkene seit Januar

Fast eine Viertelmillion Menschen sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit Jahresbeginn über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Nahezu täglich gingen im Sommer rund 1000 Migranten an den Küsten Italiens und Griechenlands an Land. Etwa 2300 Flüchtlinge kamen seit Januar im Mittelmeer ums Leben.

Auf der Ostägäisinsel Lesbos sammelten sich Behörden zufolge mehr als 9000 Migranten. Wie das staatliche griechische Fernsehen (ERT1) berichtete, kam es während der Essensausgabe in einem Flüchtlingslager zu Rangeleien zwischen Migranten verschiedener Nationalitäten. Zur Entlastung der Lage lief die Fähre „Eleftherios Venizelos“ am Sonnabend von Piräus zur Insel Kos aus. Sie sollte von dort und von von den nahegelegenen Inseln rund 2500 Migranten, die meist aus dem Bürgerkriegsland Syrien stammen, nach Piräus bringen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warf der EU-Kommission Untätigkeit vor. „Die Zögerlichkeit der EU ist unerträglich“, sagte der Politiker der „Bild“-Zeitung. Er verlangte von Brüssel ein Sofortprogramm über zehn Milliarden Euro, um unter anderem Notaufnahmezentren in EU-Staaten mit EU-Außengrenzen einzurichten. Die EU-Kommission wies den Vorwurf zurück. Die Behörde habe schon im Mai eine Migrationsagenda vorlegt, sagte eine Sprecherin. „Wir können nur Erfolg haben, wenn wir miteinander arbeiten, nicht gegeneinander.“ Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte einen Wandel der Politik in Deutschland und Europa. „Wir müssen unsere Asyl- und Integrationspolitik deutlich ändern“, sagt Gabriel am Sonnabend in seinem Video-Podcast. So müsse der Bund den Gemeinden die Kosten für die Unterbringung abnehmen. Er kritisierte, dass einige Länder in Europa gar keine Flüchtlinge aufnehmen wollten.

( dpa )

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