Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee im Süden von Saudi-Arabien sind am Donnerstag nach Angaben des Innenministeriums mindestens 15 Menschen getötet worden. Dem „terroristischen Attentat“ auf Gläubige seien zwölf Polizisten und drei Moschee-Beschäftigte zum Opfer gefallen, neun Menschen seien teils schwer verletzt worden, erklärte ein Ministeriumssprecher. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannte sich zu dem Selbstmordanschlag. Saudi-Arabien ist Teil der US-geführten Koalition, die im Irak und in Syrien mit Luftangriffen gegen den IS vorgeht.
Das Bekennerschreiben eines bisher unbekannten lokalen IS-Ablegers namens Hidschas tauchte am Donnerstag im Internet auf. Zugleich wurde mit weiteren Anschlägen in der Region gedroht. Die Echtheit der Angaben konnte zunächst nicht überprüft werden. Eine offizielle Bestätigung der saudischen Behörden gab es ebenfalls nicht. Dem staatlichen Sender El-Ichbarija zufolge waren Polizisten einer Spezialeinheit Ziel des Anschlags. Die Moschee von Abha liegt demnach in der Nähe des Hauptquartiers der Einheit.
In dem streng islamischen Königreich gibt es seit Monaten immer wieder Anschläge. Meist zielen diese auf Moscheen der Schiiten, einer Minderheit, die sich über Diskriminierung seitens des Staates beklagt. In Saudi-Arabien ist der sunnitische Wahhabismus, eine besonders konservative Interpretation des Islam, Staatsreligion.
Verhaftungswelle gestartet
Im Mai waren bei zwei Selbstmordanschlägen auf Moscheen der Schiiten insgesamt 25 Gläubige gestorben. Zu den Angriffen hatte sich die radikalislamische und sunnitische Miliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannt. Gleiches gilt für den Anschlag auf eine Moschee in Kuwait, bei der 27 Menschen getötet wurden. Für den IS sind Schiiten vom wahren Glauben abgefallen.
Riad starte in den vergangenen Wochen eine Verhaftungswelle sunnitischer Extremisten, die unter Verdacht standen, Anschläge zu planen, um die konfessionellen Spannungen zu schüren. Der sunnitische IS verachtet Schiiten als Andersgläubige. Saudi-Arabien ist sunnitisch dominiert.
Die Terrormiliz IS hat die strategisch bedeutende Stadt al-Kardschatain im Südosten von Homs eingenommen, wie der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdul- Rahman, sagte. Bei den vorangegangenen Kämpfen seien 37 Soldaten der syrischen Armee und andere regierungstreue Kämpfer getötet worden sowie 23 IS-Kämpfer. Die Stadt sei deswegen so bedeutsam, weil sie auf dem Weg aus dem vom IS kontrollierten Palmyra in die Region Kalamun in der Provinz Damaskus liege, sagte Rahman. Die Kontrolle über al-Kardschatain erlaube es dem IS, zwischen dem Osten von Homs und der Region Kalamun Kämpfer und Nachschub zu befördern. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Ärzten und Aktivisten in Syrien. Für Medien sind ihre Angaben kaum nachprüfbar.
AFP/dpa

