Donald Trump führt in einer Umfrage von „USA Today“ das Feld der republikanischen Bewerber mit drei Prozentpunkten Vorsprung an. Donald Trump bekommt von allen Bewerbern fürs Weiße Haus in einer Gallup-Erhebung die höchsten Kompetenzwerte bei Wirtschaftsthemen und in der Außenpolitik. Donald Trump wird mit von der Partie sein, wenn der Sender Fox am 6. August das erste Streitgespräch aussichtsreicher republikanischer Bewerber live überträgt.

Und hier ist die Nachricht: Donald Trump ist kein Kandidat der Republikaner für das Präsidentenamt. Der Immobilien-Tycoon und TV-Entertainer, der sich aktuell mit dem republikanischen Senator John McCain angelegt hat, wird vom Establishment der „Grand Old Party“ geschlossen abgelehnt. Die Großspender der Partei halten ihre Schatullen hermetisch geschlossen, wenn es um den Wahlkampf des 69-jährigen Milliardärs geht. Gleichwohl schafft es Trump nahezu jeden Tag in die Schlagzeilen. So hat er jetzt mit kontroversen Äußerungen wieder Wirbel ausgelöst. Diesmal sprach der multimilliardenschwere Geschäfts- und Showmann dem prominenten Senator und Vietnamkriegsveteranen John McCain ab, ein Kriegsheld zu sein. Das löste parteiübergreifend Entrüstung aus.

McCain war Kampfflieger, bei seinem 23. Einsatz über Vietnam abgeschossen und gefangen genommen worden. Wiederholt wurde er von den Nordvietnamesen gefoltert. Der Republikaner genießt über Parteigrenzen hinweg hohes Ansehen. Trump äußerte sich bei einem Treffen sozialkonservativer Aktivisten in Ames (Iowa). „Er ist kein Kriegsheld“, sagte er am Sonnabend über McCain. „Er ist ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind.“ In einem Interview des Senders ABC am Sonntag wies Trump Forderungen nach einer Entschuldigung kategorisch zurück. Er beschuldigte McCain, als Senator nichts für andere Veteranen getan zu haben, die in den USA wie Menschen dritter Klasse behandelt würden und genauso viel Anerkennung verdienten wie McCain selber.

Erst kürzlich hatte Trump die US-Einwanderungspolitik kritisiert und sich abfällig über Mexikaner geäußert. Damit sprach er anscheinend vielen Konservativen aus der Seele: Die Äußerung verhalf ihm zu einem Höhenflug im Vorwahlkampf. Trump hatte über die in die USA kommenden Mexikaner gesagt: „Sie haben viele Probleme. Sie bringen Drogen mit . Sie bringen Verbrechen mit. Da gibt es Vergewaltiger und einige, glaube ich, sind gute Leute.“

Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney sagte: „Der Unterschied zwischen John McCain und Donald Trump ist, dass Trump sich selber abgeschossen hat.“ Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton nannte Trumps Äußerung „beschämend“.

mit dpa