Berlin –

SPD: Kassen sollen voll für künstliche Befruchtung zahlen

Berlin –.  Die SPD-Bundestagsfraktion will die gesetzlichen Krankenkassen verpflichten, die Kosten für eine künstliche Befruchtung wieder voll zu übernehmen, und zwar generell und für alle Paare. „Es handelt sich um ein medizinisches Problem, wenn Paare keine Kinder bekommen können. Daher gibt es keinen Grund, den Versicherten diese Leistung vorzuenthalten“, sagt Fraktionsvize Karl Lauterbach dem „Spiegel“. Die Neuregelung solle nicht nur für Verheiratete gelten, sondern auch für Paare ohne Trauschein.

Dieser Vorschlag geht über die bisherigen Pläne von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hinaus. Diese sahen zwar ebenfalls vor, dass auch Paare ohne Trauschein staatliche Zuschüsse beantragen können. Einen Teil der Kosten müssten sie aber ebenso wie Verheiratete weiter selbst tragen. Seit 2004 übernehmen die gesetzlichen Kassen nur noch die Hälfte der Ausgaben bei künstlichen Befruchtungen. Dabei ist die Art der medizinischen Leistungen, die finanziell von den Krankenkassen unterstützt wird, je nach Krankenkasse unterschiedlich. Die Kosten einer Komplettübernahme bezifferte Lauterbach auf einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr.

( dpa )

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