Extremismus

Grundschüler schockieren Lehrer mit islamistischen Parolen

Im schwäbischen Neu-Ulm haben Kinder im Ethikunterricht die Terroranschläge von Paris begrüßt. Wer hat die Schüler aufgehetzt? Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.

Foto: A3419 Stefan Puchner / dpa

In einer Grundschule in Neu-Ulm sind mehrere Schüler mit islamistischen Äußerungen im Unterricht aufgefallen. Die Behörden bestätigten einen entsprechenden Bericht der „Augsburger Allgemeinen“. Demnach äußerten die Kinder in Ethik-Stunden die Ansicht, dass Christen getötet werden müssten und die Terroropfer des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ den Tod verdient hätten.

Etwa zehn Schüler sollen extremistische Äußerungen von sich gegeben haben. Nicht alle muslimischen Kinder seien so aufgefallen, „es sind aber auch zu viele, um von Einzelfällen zu sprechen“, zitiert die Zeitung die Rektorin der Grundschule.

Verdacht der Volksverhetzung

Die Polizei versucht nun herauszufinden, woher die strafunmündigen Kinder die Parolen haben. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen unbekannt ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Die Schule will keine Intoleranz dulden und hat mit mehreren Projekten auf die Vorfälle reagiert. So gibt es auch eine entsprechende Resolution des Elternbeirates. „Das sind Aussagen, die man nicht stehen lassen kann“, sagte Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums in München.

Das schwäbische Neu-Ulm und das benachbarte Ulm galten früher als eine Hochburg des islamischen Extremismus. Im Jahr 2005 wurde das sogenannte Multikulturhaus in Neu-Ulm geschlossen und der entsprechende Verein vom bayerischen Innenministerium verboten. In dem Zentrum soll es zuvor immer wieder Hass-Predigten gegeben haben. Die Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg waren an den Aktionen gegen die damalige Islamistenszene in beiden Städten beteiligt.

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