Zentralrat der Juden

Dieter Graumann - „Schlimmste Zeiten seit der Nazi-Ära“

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, sieht durch den Gazakonflikt „puren Hass auf Juden“ in Deutschland zu Tage treten. Er fordert mehr Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft.

Foto: DANIEL ROLAND / AFP

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, hat eindringlich vor einem durch den Gazakonflikt deutlich werdenden Antisemitismus in Deutschland gewarnt. „Dies sind die schlimmsten Zeiten seit der Nazi-Ära“, sagte Graumann der britischen Tageszeitung „Guardian“. Auf den Straßen höre man Parolen wie „Die Juden sollen vergast werden“. Das habe es seit Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland gegeben.

Graumann ergänzte, solche Slogans seien nicht dazu gedacht, israelische Politik zu kritisieren. „Es ist purer Hass auf Juden, nichts anderes“, sagte der Zentralratspräsident. Er warnte zudem, dies sei nicht nur ein deutsches Phänomen.

Auch in Frankreich hatte es im Zusammenhang mit dem Gazakonflikt antisemitische Parolen auf pro-palästinensischen Demonstrationen gegeben. Der „Guardian“ berichtet zudem von judenfeindlichen Parolen unter anderem an Geschäften in Italien. Die antisemitischen Parolen auf deutschen Demonstrationen stießen in der Öffentlichkeit auf Entsetzen. In Deutschland gab es zudem Anschläge und Übergriffe auf jüdische Einrichtungen oder Menschen jüdischen Glaubens. Graumann hatte die Öffentlichkeit zu mehr Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft aufgefordert.