Reservist

Rechtsextremer Offizier für Bundeswehr in Afghanistan

In Afghanistan dient einem Medienbericht zufolge ein Bundeswehroffizier, den deutsche Sicherheitsbehörden als rechtsextrem einstufen.

Foto: Michael Gottschalk / dapd

Ein von Sicherheitsbehörden als rechtsextrem eingestufter Mann wurde von der Bundeswehr nach Informationen des „Stern“ als Reserve-Offizier nach Afghanistan geschickt. Mit dem Fall des aus Nordhessen stammenden Hauptmanns befasse sich der Militärische Abschirmdienst (MAD), berichtet das Magazin in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage unter Hinweis auf daten- und personenrechtliche Bestimmungen nicht zum konkreten Fall äußern.

Grundsätzlich aber sei das Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundordnung unabdingbare Voraussetzung für den Dienst in der Bundeswehr, sagte ein Sprecher. Dies gelte auch für Reservisten. Sollten sich bei einer Überprüfung Zweifel daran bestätigen, folge zwangsläufig die Entlassung aus dem aktiven Dienst.

Antrag auf NPD-Mitgliedschaft gestellt

Laut „Stern“ hatte der nun in Afghanistan eingesetzte Reservist 2008 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der rechtsextremen NPD gestellt, war aber abgelehnt worden. Außerdem soll er an Treffen einer Neonazi-Kameradschaft teilgenommen haben, die der hessische Verfassungsschutz seit Jahren beobachtet. Diese Informationen lagen dem MAD offenbar nicht vor. Er kann selbst erst Nachforschungen anstellen, sobald jemand aktiv in der Bundeswehr dient.