Kritische Berichte

Nordkorea droht Südkoreas Medien mit Raketenangriff

Medien in Südkorea haben Kinderfeste im kommunistischen Norden scharf kritisiert. Das Regime richtet nun Raketen auf TV-Sender und Verlage.

Nordkorea hat mit Artillerieangriffen auf südkoreanische Medien gedroht. Der Generalstab der Volksarmee erklärte am Montag, die Geschütze seien auf neun Medien gerichtet. Nordkorea warnte vor einem „gnadenlosen heiligen Krieg“, sollte die Regierung in Seoul sich nicht für eine „bösartige Verleumdungskampagne“ entschuldigen. Hintergrund ist die Kritik in südkoreanischen Medien an einer Reihe von Kinderfesten in Nordkorea.

Der Erklärung des Generalstabs enthielt die genauen Koordinaten der neun bedrohten Medien. Unter ihnen war der Fernsehsender Channel A, der die Kinderfeste als politische Show im Stil von Adolf Hitler beschrieben hatte. Als mögliche Ziele wurden auch die Zeitungen „Chosun Ilbo“ und „JoongAng Ilbo“, der Fernsehsender der Zeitung „Dong-A Ilbo“ sowie die Sender KBS, CBS, MBC und SBS genannt.

20.000 Kinder schwören Kim Jong Un die Treue

Die Regierung in Pjöngjang wirft den Medien vor, eine Massenveranstaltung der Koreanischen Kinderunion „in den Dreck gezogen“ und als Propaganda verunglimpft zu haben. Bei der Versammlung zum 66. Jahrestag ihrer Gründung hatten laut staatlicher Nachrichtenagentur 20.000 Kinder ihre Treue zum neuen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gelobt.

Das nordkoreanische Militär warf Südkoreas Präsident Lee Myung Bak vor, die kritischen Kommentare angeheizt zu haben. Sollten die Entstehungsstätten der „ungeheuerlichen Verbrechen“ nacheinander in die Luft fliegen, müsse er die volle Verantwortung dafür tragen, hieß es.

Das Wiedervereinigungsministerium in Seoul erklärte, die Drohungen seien „völlig unpassend“, Südkorea nehme sie aber sehr ernst. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hat dem Süden in diesem Jahr schon mehrfach mit einem „heiligen Krieg“ gedroht. Nach dem Scheitern eines nordkoreanischen Raketentests im April verschlechterten sich die Beziehungen weiter.