Der russische Staatschef Wladimir Putin hat bei seinem Antrittsbesuch in Berlin vor einem Bürgerkrieg in Syrien gewarnt. „Wir sehen jetzt aufkommende Elemente eines Bürgerkrieges“, sagte er am Freitag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. „Es ist extrem gefährlich.“ Merkel und Putin sprachen sich für eine politische Lösung in dem seit mehr als einem Jahr anhaltenden Konflikt aus. Dies sei „möglich“, erfordere aber „Geduld“, sagte Putin.
Moskau ist ein traditioneller Verbündeter von Damaskus und blockiert bisher alle Versuche im UN-Sicherheitsrat, entschieden gegen die syrische Führung von Staatschef Baschar al-Assad vorzugehen. Russland werde auch in Zukunft den Kontakt zu Assad aufrechterhalten, unterstütze aber keine der Konfliktparteien in Syrien, betonte Putin. Er dementierte Waffenlieferungen an Syrien. „Russland liefert keine Waffen, die in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommen könnten.“
Jedes Land müsse alles daran setzen, um einen Bürgerkrieg in Syrien zu verhindern, mahnte Merkel. Das Massaker von Hula habe noch einmal gezeigt, wie „schrecklich“ die Menschenrechtslage in dem Land sei. Dabei waren am Freitag mehr als hundert Menschen getötet worden. Im UN-Sicherheitsrat müsse „mit aller Kraft und allem Nachdruck“ daran gearbeitet werden, dass der Friedensplan des internationalen Syrien-Gesandten Kofi Annan umgesetzt werde, forderte Merkel.
AFP/tj


