US-Wahl 2012

Mitt Romney gewinnt Vorwahl in New Hamsphire

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Souveräner Sieg in New Hampshire: Mitt Romney, der frühere Gouverneur von Massachusetts, hat die republikanische Vorwahl klar gewonnen.

Nach dem Auftakt-Sieg in Iowa hat der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney auch die Vorwahlen im US-Bundesstaat New Hampshire gewonnen. Der frühere Gouverneur von Massachusetts siegte am Dienstag mit 16 Prozentpunkten Vorsprung und bleibt damit der wahrscheinlichste Herausforderer von Präsident Barack Obama. Auf den zweiten Platz kam der Abgeordnete Ron Paul, gefolgt von Ex-Botschafter Jon Huntsman.

Romney holte dem Nachrichtensender CNN zufolge nach den Ergebnissen aus 91 Prozent der Wahlbezirke rund 39 Prozent der Stimmen. In seiner Siegesrede griff er Obama scharf an. "Dem Präsidenten sind die Ideen ausgegangen. Jetzt gehen ihm die Ausreden aus", rief Romney seinen Anhängern zu. "Ich stehe bereit, uns auf einen anderen Weg zu führen." Meinungsforscher sahen den Ex-Gouverneur auch bei den nächsten Vorwahlen am 21. Januar in South Carolina und zehn Tage später in Florida klar in Führung.

Paul erreichte in New Hampshire laut CNN 23 Prozent der Stimmen. Er erklärte, er sei Romney "auf den Fersen". Der Abgeordnete weiß mit seiner Vision eines Minimalstaates eine treue Anhängerschar hinter sich, seine Ansichten gelten aber auch in der eigenen Partei als nicht mehrheitsfähig.

Huntsman kam auf 17 Prozent. Der als moderater Konservativer geltende ehemalige US-Botschafter in China hatte den Vorwahl-Auftakt in Iowa übersprungen und alle Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden in New Hampshire gesetzt. "Wir sind im Rennen", sagte er. "Mit dem dritten Platz ist das Ticket gelöst."

Auf den früheren Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, entfielen zehn Prozent. Für den christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum, der in Iowa nur acht Stimmen weniger als Romney hatte, votierten in New Hampshire neun Prozent. Beide Bewerber erklärten aber, im Rennen bleiben zu wollen.

Abgeschlagen mit etwa einem Prozent war der texanische Gouverneur Rick Perry. Er hatte dem Neuengland-Staat keine Bedeutung zugemessen und am Dienstag bereits in South Carolina Wahlkampf gemacht.

Den ganzen Tag lang hatten in New Hampshire Republikaner und Parteilose ihre Stimme abgegeben, Mitglieder der Demokraten durften sich dagegen an der Vorwahl nicht beteiligen. Mit einer Bevölkerung von 1,3 Millionen Menschen lebt in dem Bundesstaat nur ein winziger Bruchteil der 310-Millionen-Bevölkerung der USA.

Die zwölf Delegiertenstimmen, die der Staat für die offizielle Kandidatenkür auf dem Parteitag Ende August zu vergeben hat, fallen kaum ins Gewicht. Wie in Iowa entsteht die Bedeutung vor allem durch das große Medieninteresse am Abschneiden der Bewerber in den ersten Tests an der Wahlurne.

Mit Siegen in den ersten beiden Vorwahlen ist Romney weiter der große Favorit, um für die Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen am 6. November Obama herauszufordern. Der Multimillionär hat die meisten Spendengelder gesammelt und ein starkes Wahlkampfteam im Rücken. Landesweite Umfragen zeigten jedoch, dass große Teile der Basis mit Romney fremdeln: Viele Republikaner halten ihn für keinen lupenreinen Konservativen, weil er bei Themen wie Abtreibung oder Waffengesetzen früher eher liberale Ansichten vertrat.

Romney wehrte sich am Dienstagabend gegen Vorwürfe von Mitbewerbern, er habe als Chef der Investmentfirma Bain Capital Unternehmen ausgeplündert und Arbeitsplätze vernichtet: "Einige verzweifelte Republikaner" hätten sich Obama angeschlossen, der das "freie Unternehmertum vor Gericht stellen will".

( dpa/sab )